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Am TelefonEine Katze lässt Nachbarn frieren

Wer haftet, wenn die Haustiere Unfug treiben? Und wer zahlt, wenn die Katze verletzt wird?

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Regelmässig stellen uns Leserinnen und Leser Fragen zu ihren vierbeinigen Familienmitgliedern. Etwa wer haftet, wenn sich zwei Hunde ins Fell geraten sind, oder ob man die Primeli in Nachbars Garten ersetzen muss, die die Katze ausgegraben hat.

Das Recht sagt, dass ein Halter nur haftet, wenn er sein Tier mangelhaft beaufsichtigt. Weil ein Besitzer einer frei laufenden Katze diese unmöglich auf Schritt und Tritt überwachen kann, muss er in der Regel für ihre Missetaten nicht aufkommen. Eine Leserin aus einer Zürcher Seegemeinde war überrascht ob dieser Auskunft. Ihre Katze hatte die Heizung der Nachbarn ausser Betrieb gesetzt, indem sie in den Ventilator der Wärmepumpe kroch. Und sich dabei erst noch schwer verletzte. Die Nachbarin präsentierte der Leserin die Rechnung für den Monteur.

«Die können Sie zurückweisen», erklärt die Beobachter-Beraterin der Katzenhalterin. Aber nicht nur das: Offenbar hat die Nachbarin ihre Anlage nicht genügend abgesichert, sonst hätte die Katze ja nicht eindringen können. Wer eine Gefahr schafft, muss für allfällige Schäden aufkommen. So will es die juristische Praxis. Im Klartext: Die Nachbarin muss nicht nur die Kosten für den Monteur übernehmen, sondern auch die Rechnung für den Tierarzt. «Jesses!», entfährt es unserer Leserin. So richtig erleichtert ist sie ob dieser Auskunft nicht. Jetzt plagen sie andere Sorgen: «Wie um alles in der Welt bringe ich das der Nachbarin bei? Wo sie doch Katzen nicht ausstehen kann!»

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Veröffentlicht am 20. Mai 2009