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Am Telefon«Ich bin absolut unschuldig!»

Wenn sich im Laden Waren selbständig in die Tasche des Kunden legen.

von

«Haben Sie schon mal gestohlen?», fragt ein Ratsuchender an der Beobachter-Beratungshotline. «Nein», sage ich. Da kommt mir auch schon in den Sinn, dass ich in der ersten Klasse einer Schulkameradin einen Luftballon stibitzt habe – aber das verschweige ich höflich. «Und Sie?», frage ich zurück.

«Nein, wo denken Sie auch hin», erwidert der Anrufer entrüstet. «Was ist denn passiert?», will ich wissen. «Ich war letzte Woche in einem Kleiderladen, und als ich ihn verlassen wollte, ging der Alarm los. Können Sie sich vorstellen, wie peinlich das war?»

«Wie ein Krimineller»

Sofort sei der Ladendetektiv aufgetaucht. «Der wollte natürlich den Inhalt meiner Tasche sehen. Ich kam mir vor wie ein Krimineller. Die Leute im Laden glotzten mich alle an.» – «Und, haben Sie Ihre Tasche gezeigt?»

«Ja, logisch. Neben meinen Einkäufen war noch ein T-Shirt drin, für das ich aber keine Quittung hatte. Ehrlich, ich bin unschuldig. Ich habe keine Ahnung, wie dieses Ding in meine Tasche gekommen ist», erzählt der Abonnent.

«Und was ist dann passiert?», frage ich. «Der Detektiv wollte mir einfach nicht glauben, dass ich das T-Shirt nicht gestohlen hatte. Jetzt habe ich eine Strafanzeige wegen Diebstahls am Hals. Ich brauche dringend einen Anwalt! Haben Sie Adressen?», fragt er. «Ja, ich kann Ihnen gern welche schicken. Wie lautet denn Ihre E-Mail-Adresse?» – «schlufi@…»

Veröffentlicht am 23. Juni 2014