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Am Telefon«So etwas Erotisches»

«Sie, ich habe da auf so eine Hotline angerufen», erzählt ein Anrufer am Telefon. «Sie wissen schon. So etwas Erotisches.»

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«Und jetzt haben Sie eine gesalzene Rechnung dafür bekommen?», fragt die Beraterin. «Genau!», antwortet der Mann. «Über 500 Franken! Und das für ein paar wenige Minuten!» Nun habe er unlängst im Beobachter gelesen, dass man solche Rechnungen nicht zahlen müsse. «Bedeutet das, dass ich sie wegwerfen kann?» «Nein», erklärt die gestrenge Juristin. Ganz so einfach gehts nicht.

Zuerst muss geprüft werden, ob der Anbieter eine gesetzliche Pflicht verletzt hat. Ob er zu Beginn des Gespräches auf die Kosten hingewiesen worden sei, fragt sie nach. Falls nicht, so wäre das ein Verstoss gegen die Preisbekanntgabeverordnung und damit ein Grund, die Forderung zu bestreiten. Obwohl der Mann laut eigenen Aussagen mehrere Male angerufen hat, kann er sich an solche Details beim besten Willen nicht erinnern.

«Wie gesagt», fährt die Beraterin fort. «Fehlt ein solcher Hinweis oder ist er undeutlich, können Sie die Bezahlung verweigern.» Schliesslich hilft sie dem Ratsuchenden am Telefon, ein Schreiben zu verfassen. «Wissen Sie, meine Frau hat schon einen Brief geschickt», erklärt der Anrufer, nachdem er alles aufgeschrieben hat. «Darin hat sie geltend gemacht, unser minderjähriger Sohn habe angerufen.» – «Ah ja?», antwortet die konsternierte Beraterin. «Was ist denn Ihr Problem?» – «Wir haben gar keinen Sohn!»

Veröffentlicht am 31. Juli 2009