Margrit Hirschi war froh, als sie die Stelle in einer Filiale der Textilreinigung Narciso in Zürich bekam. Die gelernte Schneiderin arbeitete dort als einzige Angestellte. Nach vier Monaten teilte ihr die Chefin Carmela N. mit, dass sie nur dann weiterbeschäftigt werden könne, wenn sie ihr einen Gefallen erweise: Sie müsse ihr einen Kredit von 15'000 Franken gewähren.

Margrit Hirschi dachte sich nichts Böses und willigte ein. Gemeinsam begaben sich die beiden Frauen zur Capital Bank, und Margrit Hirschi nahm das Geld für ihre Chefin auf. Ein Darlehensvertrag wurde aufgesetzt, und monatliche Rückzahlungsraten wurden vereinbart.

Doch eines Tages zahlte Carmela N. nicht mehr: Mit fadenscheinigen Argumenten verweigerte sie die Rückerstattung des Kredits – Margrit Hirschi bekam Probleme mit der Bank.

Die Angestellte, die sich nach Strich und Faden betrogen fühlte, wandte sich an das Beratungszentrum des Beobachters. Dank der gewährten Rechtshilfe konnte sie sich einen Anwalt leisten, und der setzte sich tatkräftig für sie ein: Das Friedensrichteramt Zürich verfügte, dass Carmela N. den Kredit vollumfänglich zurückzahlen muss.

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Margrit Hirschi hat heute eine neue Stelle und freut sich über ihren Erfolg – der Beobachter auch.