Bruno Burri telefonierte dem Beobachter Ende Juni. Seine Lebenspartnerin wurde von einem deutschen Online-Reisebüro bei einer Buchung reingelegt. Nach dem Anruf wusste er, was zu tun war. Was der 52-jährige Sozialtherapeut bei seiner Anfrage aber nicht wusste: Er war der 750'000ste Ratsuchende. Darum wurde er an seinem Wohnort in Rorschacherberg beschenkt: mit Champagner, einem Ratgeberbuch und einem Beobachter-Abogutschein.

«Wenn es die telefonische Beratung nicht schon gäbe, müsste sie erfunden werden», sagt Toni Wirz, Leiter des Beratungszentrums. Vor ihrer Einführung im März 2000 mussten sich Ratsuchende auf dem Postweg an den Beobachter wenden und dann bis zu zwei Wochen auf eine Antwort warten. Seit elf Jahren nun können sie von Montag bis Freitag zwischen 9 und 13 Uhr anrufen und erhalten sofort Auskunft. Und wer am Vormittag keine Zeit hat, kann seine Anliegen per E-Mail vorbringen.

Beide Möglichkeiten haben sich auf die Zahl der Beratungen ausgewirkt. Vor der Einführung der Beobachter-Hotline brachte der Pöstler jedes Jahr 30'000 Briefe. Inzwischen sind es über 100'000 Anfragen, die das Team des Beratungszentrums beantwortet – Tendenz steigend.