Die Arbeitslosenzahlen steigen, und selbst eine langjährige Anstellung schützt nicht vor Entlassung. «Niemand kann sich auf seinen einmal erworbenen Qualifikationen ausruhen», so der langjährige Personalberater Reinhard Schmid vom S & B Institut für Berufs- und Lebensgestaltung in Bülach ZH. «Heute muss man viel stärker als früher an der eigenen Arbeitsmarktfähigkeit arbeiten.»

Aber gerade für Angestellte, die schon seit Jahren in derselben Firma arbeiten, stellt sich die Frage: Wie kann ich herausfinden, ob meine Fähigkeiten noch dem entsprechen, was heutzutage gefordert wird? Natürlich gibt es kein allgemeines Nachschlagewerk, in dem die aktuellen Anforderungen jedes Berufs aufgelistet sind – Hinweise lassen sich aber schon finden.

Sammeln Sie Infos über den Job

Da wären zuerst einmal die fachlichen Qualifikationen selbst. Sicher weiss jede und jeder am ehesten darüber Bescheid, was im eigenen beruflichen Umfeld läuft. Dennoch kann es sich lohnen, wieder einmal systematisch das heute geforderte Fachwissen des eigenen Berufs zusammenzutragen.

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  • Stelleninserate: Sammeln Sie einen Monat lang alle Stelleninserate aus Ihrem Berufsfeld und notieren Sie sich die geforderten Qualifikationen. Das gleiche Vorgehen kann sich im Übrigen auch für verwandte Berufsfelder lohnen, in die man sich in Zukunft einmal bewegen möchte.

  • Gespräche mit Arbeitskollegen: Nehmen Sie jede Gelegenheit wahr, sich mit Berufsleuten aus anderen Firmen über die aktuellen Entwicklungen im Job auszutauschen. Nützlich sind auch Gespräche mit Personalfachleuten aus dem eigenen Betrieb, um herauszufinden, wie sich das Anforderungsprofil in Ihrem Bereich entwickelt. Die Personalspezialisten kennen das gesamte Spektrum und nicht nur den berufsspezifischen Teil.

  • Mitarbeitergespräch: Bestehen Sie einmal im Jahr auf einem Mitarbeitergespräch mit Ihrem Vorgesetzten. Reden Sie bei dieser Gelegenheit aber nicht nur über sich selbst, sondern auch darüber, was auf die Firma zukommt und wie Sie sich entsprechendes Wissen aneignen könnten. Zeigen Sie Ihr Interesse an konkreten Weiterbildungsangeboten.

  • Laufbahnberatung: Laufbahnberatungen dienen nicht nur der persönlichen Standortbestimmung, sondern können Sie auch auf neue Ideen bringen. Auf diese Weise lassen sich rechtzeitig genug neue Entwicklungsmöglichkeiten ausarbeiten: www.berufsberatung.ch

  • Bewerbung: Von der alten Methode, sich einfach einmal aufs Geratewohl zu bewerben, raten Fachleute eher ab. Erstens ist der Aufwand sehr gross und zweitens vergebens, wenn man nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen wird.

  • Punkten Sie mit Teamfähigkeit: Neben der fachlichen Qualifikation nehmen die soziale und die methodische Kompetenz einen grossen Stellenwert ein. «Wichtig sind heute Teamfähigkeit oder beispielsweise das abstrakte Wissen, wie man ein Problem lösen könnte», sagt die Zürcher Erwachsenenbildnerin Marlies Senn. Sich in diesem Bereich selbst richtig einzuschätzen, ist allerdings nicht ganz einfach. Am besten gelingt es Ihnen, wenn Sie für sich auflisten, in welchen beruflichen und ausserberuflichen Tätigkeiten Sie regelmässig mit anderen Menschen zusammenarbeiten. Machen Sie sich dabei bewusst, wo Ihre Teamfähigkeit und Ihre Lösungskompetenz gefordert werden. Mit diesen Beispielen können Sie bei einem Vorstellungsgespräch punkten.

  • Pflegen Sie Ihre sozialen Kontakte: Das kann Ihnen beruflich nur von Nutzen sein. Denn Laufbahnberater Höhn warnt: «Eigenbrötler, selbst wenn sie gut qualifiziert sind, haben es heute schwer.»
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