Auch die renommierte Sprachschule Bénédict führt eine Hotelmanagementschule. Domiziliert ist das Institut in einem renovierten Hotel an der Baslerstrasse in Luzern. Seit knapp einem Jahr lassen sich hier 150 Ausländerinnen und Ausländer in die Geheimnisse der Hotelführung einweihen.

Neunzig Prozent der Bénédict-Studenten sind Chinesen – vermittelt von Antonius Erb. Der frühere Leiter des inzwischen geschlossenen Hospitality College Lützelau residiert heute im chinesischen Tianjing. Die Vermittlung von Studenten sei kein Geschäft, betont Erb. Er verdiene pro Studentin und Student rund 400 Franken, der Rest gehe an seine chinesischen Partner.

Die Bénédict-Schule hingegen bestätigt, dass ein Agent pro Student 15 Prozent der Kosten für das erste Schuljahr erhält: also rund 3000 Franken. Für jedes weitere Studienjahr erhöht sich dieser Betrag nochmals um 500 Franken.

Ebenfalls als Vermittler betätigt hat sich der Kunstturner Donghua Li. «Ich kenne Antonius Erb», sagt der Olympiasieger und Wahlluzerner. «Ich habe eine chinesische Studentin an die Bénédict-Schule nach Luzern vermittelt.»

Auch Heinrich Meister von der BénédictSchule hat keine Berührungsängste mit dem umstrittenen Ex-Schulleiter Antonius Erb: «Nicht alles, was er tut, ist schlecht. Wir verwenden rund 20 Prozent seines Schulstoffs.»

Ausser den Bénédict-Leuten will jedoch niemand aus der Hotellerieszene etwas mit Erb zu tun haben. Ein Fachmann mit gutem Ruf hatte die Führung der Bénédict-Hotelfachschule ausgeschlagen. Sein Argument: «Wo Erb die Finger drin hat, mache ich nicht mit.»

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