Die Zulassungsbestimmungen für diese Ausbildung sind recht offen. Neben Juristen, Ökonomen und eisteswissenschaftlern lässt das Zürcher Hochschulinstitut für Schulpädagogik und Fachdidaktik (ZHSF) auch Umweltwissenschaftler und Turnlehrer ETH zu.

«Extrem pedantische Art und Weise»

Graf schreibt dem Institut, seine einstige Studienrichtung – Abteilung Vermessung und Kultur – existiere in dieser Form zwar nicht mehr, sei aber in die Umweltwissenschaften integriert worden. Doch das ZHSF lehnt seinen Antrag ab: «Die Abklärungen bei der ETH haben ergeben, dass Ihr Diplom nicht als äquivalent zu einem Diplom Umweltwissenschaften bezeichnet werden kann.»

Graf ist vor den Kopf gestossen und insistiert bei der ETH: «In den achtziger Jahren, als ich studiert habe, gab es den Studiengang Umweltwissenschaften noch gar nicht. Ich denke, dass die Unterschiede für die Lehrerausbildung nicht so gravierend sein können.» Der zuständige Studienkoordinator bei der ETH lässt sich nicht erweichen, sucht stattdessen nach Unterschieden und wird fündig: Erst wenn Graf die Fächer «aquatische Systeme» und «Atmosphärenchemie» nachhole, könnte er dessen Studium als gleichwertig anerkennen.

Auch der Appell an die Rektoratskanzlei der ETH nützt nichts. Diese antwortet: «Grundsätzlich ist es Sache der aufnehmenden Schule zu bestimmen, wie sie den Vergleich durchführt.» Graf wendet sich erneut an die ZHSF, mit kaum unterdrückter Verärgerung: «Die Äquivalenzabklärung wird in einer extrem pedantischen Art und Weise durchgeführt.» Doch der Studienleiter bleibt dabei: «Ich muss mich an die Bestimmungen des Reglements halten», schreibt er.

Auch andernorts gibts Hindernisse

Als letzter Ausweg bleibt dem ETH-Absolventen das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung in Zollikofen BE. Dort würde er zugelassen. Denn gemäss den bundesgesetzlichen Bestimmungen braucht es für die Ausbildung zum Berufsschullehrer gar kein ETH-Diplom, eines einer Fachhochschule genügt. Doch in Zollikofen wartet die nächste Hürde auf Graf: Hier will das Reglement, dass er mehrjährige Unterrichtserfahrung mitbringt.