Private Schweizer Hotelfachschulen sorgen in jüngerer Zeit reihenweise für Negativschlagzeilen. Konkurse zweifelhafter Institute; Schulgelder in astronomischer Höhe für Ausbildungen, die nirgends anerkannt sind; Leistungen, die nicht erbracht werden – vor allem ausländische Studierende haben das Nachsehen. «Die Vorkommnisse schädigen den Ruf des Bildungsstandorts Schweiz», sagt Marc-Etienne Gartmann, Präsident des Vereins Schweizerischer Hotel- und Restaurantfachschulen (ASEH). Der florierende Markt der Gastroausbildungen zieht bedenkliche Entwicklungen nach sich: Gartmann weiss etwa von einer Schule, die in Indien an einer Bildungsmesse einen Rabatt von 50 Prozent für eine Ausbildung in der Schweiz versprochen hat. Der Verband ahndet eine solche Discountmentalität auf Kosten der Qualität mit Ausschluss. Andere Schulen werden gar nicht aufgenommen, weil sie die Anforderungen nicht erfüllen.

Doch auch ohne Verbandszugehörigkeit lässt sich eine Hotelfachschule betreiben. Der ASEH kann den Wildwuchs nicht stoppen, denn einzelne Kantone gehen large mit den Betriebsbewilligungen um. Das soll sich künftig ändern: Das Bundesamt für Berufsbildung und Technologie (BBT) plant die Einführung eines schweizweit einheitlichen Akkreditierungsverfahrens – unter Federführung einer Kommission für Qualitätssicherung – und ein offizielles Register der anerkannten Schulen. «Wir haben den Handlungsbedarf erkannt», sagt Serge Imboden, Leiter Berufsbildung beim BBT. Bis eine Lösung vorliegt, dürften allerdings Jahre vergehen. Erst muss ein Rechtsgutachten klären, inwieweit das geplante System die Gewerbefreiheit einschränken würde. Zudem müssten die Kantone ihre Hoheit dem Bund abtreten – ein Kompetenzgerangel ist programmiert.

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Quelle: SSTH