Es ging um die ­«erweiterte Eignungsabklärung»: Das Verfahren kann während des Studiums angeordnet werden, falls Zweifel an der sozialen Kompetenz der angehenden Lehrer auftreten. Betroffene bean­stan­deten, das Verfahren werde willkürlich eingesetzt und die Kriterien zum Messen der so­zialen Kompetenz seien intransparent. In der Kritik stand auch die verantwortliche Ressortleiterin, die mit «Psychoterror-Methoden» arbeite. Die Schule wies die Vorwürfe zurück.

Im Sommer 2008 griffen Zürcher Kantonsräte die Thematik auf und reichten eine Inter­pel­lation ein. «Uns lagen 30 Namen und acht detaillierte Dossiers von betroffenen Studierenden vor», erzählt SVP-Kantonsrat Matthias Hauser. «Aus den Fallschilderungen ging klar hervor, dass das Hauptproblem in der machtvol­len Position der Ressortleiterin liegt, die eigenmächtig handelt und entscheidet.» Auch auf den politischen Vor­stoss reagierte die PHZH nicht.

Jetzt soll Klarheit her

Kürzlich setzte die kantonsrätliche Aufsichtskommission Bildung und Gesundheit eine Subkommission ein, um zu klären, ob und was bei der Lehrerausbildung in Zürich schiefläuft. Ge­plant sind Gespräche mit ehemaligen Studenten sowie mit der Schulleitung. Diese reagiert jetzt: Die umstrittene Ressortleiterin wird im September zurücktreten und wieder als Dozentin tätig sein. Neu sollen zwei oder mehr Personen die Leitung des Ressorts Eignungsabklärung übernehmen. Das erschwert eigenmächtiges Handeln.

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Hans-Jürg Keller, Prorektor Ausbildung an der PHZH, betont, dass ein Rücktritt von einem solchen Amt nach sieben Jahren völlig normal sei. «Er ist nicht als Reaktion auf die Kritik in den Medien zu verstehen und hat nichts mit der bevorstehenden Besprechung von Verantwortlichen unserer Schule mit der kantonsrätlichen Subkommission zu tun.»