Paris, Barcelona, Peking, Los Angeles, Rom oder Sydney? Die Auswahl an Partnerhochschulen der Universität Zürich liest sich wie ein Ferienkatalog. Kein Wunder, dass sich gemäss Umfragen rund ein Viertel der Studierenden für ein Studium im Ausland interessiert. Der Anteil jener, die das Experiment auch wirklich wagen, ist jedoch bedeutend geringer. «Viele lassen sich durch den Aufwand abschrecken, haben Bedenken, dass sich ihr Studium verlängert, wollen ihren Partner nicht zurücklassen oder können ihren Nebenjob nicht aufgeben», erklärt Yasmine Inauen, Leiterin Internationale Beziehungen an der Uni Zürich.

Doch die Zahl der Bewerbungen für Studienausflüge ins Ausland steigt an. Im laufenden Schuljahr werden voraussichtlich 280 Studierende der Uni Zürich im Ausland studieren. Vor drei Jahren waren es noch rund 230, was in etwa einem Prozent der Gesamtzahl Studierender entspricht. An der Uni Bern sind es rund 250, in Luzern etwa 60 Studenten.

Eines der beliebtesten Modelle ist der Erasmus-Austausch. Studierende besuchen dabei über mindestens drei, maximal zwölf Monate die Vorlesungen an einer europäischen Universität, die dem Erasmus-Programm angeschlossen ist. Man bleibt an der heimischen Uni immatrikuliert, die Semestergebühren bleiben unverändert. Studierende erhalten zudem ein Stipendium von monatlich rund 250 Franken. Nachteil: Um die Credit-Points anrechnen zu können, muss die heimische Uni die an der Gastuniversität belegten Kurse absegnen.

Partnerschaften rund um den Globus

Für unkomplizierte Gaststudien ausserhalb Europas sorgen weltweite bilaterale Abkommen. Voraussetzung: Die Gastuniversität ist ein Partner der Heimuniversität. Auch bei dieser Variante kann man ein bis zwei Semester im Ausland verbringen, ohne sich an der Heim-Uni exmatrikulieren zu müssen. Vielfach erhalten die Studierenden ein Stipendium von bis zu 500 Franken monatlich.

Wer sich vor allem für einen USA-Aufenthalt interessiert, für den bietet das International Student Exchange Program ein Netzwerk von rund 140 Universitäten in den USA sowie weiteren 60 Unis weltweit. Auch hier bleibt der Student zu Hause eingeschrieben und umgeht so die hohen Semestergebühren an US-Universitäten. Allerdings muss er bereits im Voraus eine Pauschale von rund 5500 Franken für Unterkunft und Verpflegung bezahlen.

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Wer in diesen drei Programmen keine passende Universität findet, kann seinen Aufenthalt auf eigene Faust organisieren. Der Vorteil: Man kann das Studium genau auf seine Bedürfnisse zuschneidern. Das bedeutet allerdings eine aufwendige Organisation. Die Semestergebühren können ausserdem ohne weiteres über 10'000 Dollar betragen. Insbesondere die renommierten Universitäten in England und in den USA verlangen zudem ein umfangreiches Bewerbungsdossier.

Wer ins Ausland will, muss gute Leistungen im Studium zeigen. «Je nach Land oder Universität ist die Nachfrage deutlich grösser als die Anzahl angebotener Plätze. Deshalb müssen wir teilweise selektionieren», erklärt Yasmine Inauen von der Universität Zürich. Wer einen guten Notenschnitt, adäquate Sprachkenntnisse sowie einen spannenden Lebenslauf vorweisen könne und ein aussergewöhnliches Motivationsschreiben einreiche, habe allerdings gute Chancen. «Wer zudem ein wenig flexibel ist, was den Ort beziehungsweise die Universität angeht, erhöht seine Chancen auf einen Studienplatz zusätzlich.»

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