Schon im 19. Jahrhundert kümmerten sich die Schulen um die Ernährung ihrer Schützlinge; aus purer Not, denn viele Arbeiterkinder waren wegen Mangelernährung oft krank und froh um Suppe und Brot. Bald erkannte man, dass gesunde Ernährung für die schulische Leistung so wichtig ist wie Hygiene, Bewegung, Luft und Licht. Die «Volksgesundheit» wurde zur pädagogischen Aufgabe. Man baute helle, grosszügige Schulhäuser und führte das Turnen ein. Znüniapfel und Pausenmilch wurden vielerorts zum täglichen Ritual.

Heute zwingt nicht mehr Mangelernährung zum Handeln, sondern Überfütterung. Seit die Nahrungsmittelindustrie mit angeblich gesunden, aber überzuckerten Getreideriegeln, Milchschnitten und Säften in den Znünimarkt drängt, müssen die Schulen bei der Sensibilisierung offenbar wieder bei Adam und Eva beginnen.