Deshalb hatten die ersten repräsentativen Schulhäuser ein klares Vorbild – die Kaserne: in der Zentralperspektive das Büro des Rektors, der wie ein General das Areal überblickte, geometrisch ausgerichtet die Flügel mit den hierarchisch angeordneten Schulzimmern, in der Mitte der Schulhof als Appellplatz.

Die Lehrkonzepte wandelten sich, mit ihnen die Architektur. In den Dreissigern propagierte die «Hygienebewegung» die Pavillonschule: aneinandergefügte einstöckige Gebäude, Gärten und Hallen für Licht, Luft und Sonne. In den Fünfzigern kamen Schulhäuser mit vielen Trakten für die getrennten Stufen nach der Idee: «Kleine Häuser für kleine Kinder, grosse Häuser für grosse Kinder.» Die Siebziger und Achtziger brachten komplizierte Raumkonglomerate im Geist der «durchmischten Gesamtschule». Heute ist die Devise «individueller Unterricht». Vorbild ist der Campus, das offene Gelände, das sich flexibel nutzen lässt und nicht schon selbst ein Erziehungsziel verfolgt.