Neben dem Stolz, den eigenen Schulthek zu besitzen, bedeutet der erste Schultag auch, Abschied zu nehmen vom vertrauten Kindergartenalltag, von Erzieherinnen und Freunden. Von Erstklässlern wird erwartet, dass sie stillsitzen, selbständig arbeiten und sich auf neue Bezugspersonen einstellen. Aufregende Aussichten sind das, die Kinder aber auch verunsichern.

Die Einschulung, das wünschen sich Mütter und Väter, soll für die Kleinen eine gute Erfahrung sein. Damit das gelingt, ist die Zeit vor dem ersten Schultag entscheidend. Gute Arbeit leisten da meist die Kindergärten. Was die Gefühle anbelangt, werden jetzt aber die Eltern gebraucht, denn im Schulalltag werden die Sechsjährigen wieder die Kleinsten sein. Schulkinder brauchen Orientierung, klare Strukturen, Zeit und Ermutigung.

Eine Herausforderung für Väter und Mütter. Bestehende Tagesabläufe müssen überprüft, die Arbeitsteilung je nachdem verändert werden. Kommt das Kind in die Schule, lernen auch die Eltern neu. Sie müssen ihr Kind in die Selbständigkeit entlassen und herausfinden, wie sie es sinnvoll begleiten. Wichtig ist, frühzeitig mit den Überlegungen zu beginnen. Auf jeden Fall sollten Eltern die Einführungsveranstaltungen der Schulen besuchen. Und die eigenen Einstellungen zur Schule klären. Kinder sind von Natur aus neugierig und lernbegierig - fühlt sich das Kind ernst genommen und unterstützt, fällt ihm auch der Start leichter. Bereits im Vorfeld kann dem Neustart das Stresspotential genommen werden. Dazu gehört:

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  • Tagesstruktur planen: Trotz Ferien tut die Familie gut daran, sich eine Woche vor Schulbeginn an den neuen Tagesrhythmus zu gewöhnen, mit regelmässigen Schlafenszeiten und genügend Zeit am Morgen.
  • Belastungen reduzieren: Nun kommen Pflichten auf das Kind zu - also die Freizeit entrümpeln und Zeit für Spiel und Bewegung einplanen.
  • Vorsicht mit Kommentaren: Wichtig ist, realistisch zu bleiben, was die Beschreibung der Schule betrifft, sonst ist die Enttäuschung programmiert. Spitze Bemerkungen über Lehrerinnen, Lehrer und Schule sollte man sich verkneifen. Sie stürzen Kinder leicht in Loyalitätskonflikte.
  • Gelassen bleiben: Das Thema Schule wird schon vor der Einschulung allgegenwärtig sein. Eltern können dem eine spielerische Note geben: gemeinsam den Lernplatz einrichten, Merkzettelchen basteln, feine Pausenbrote kreieren.
  • Mut machen: Das Blättern im Fotoalbum schafft Zuversicht und stärkt das Selbstvertrauen, zeigt es doch, was das Kind im Leben schon alles geschafft hat.
  • Schulweg üben: Es ist sinnvoll, den täglichen Weg zur Schule zu üben und das Kind in den ersten Tagen zu begleiten. Das gibt allen Sicherheit.
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Ist der erste Schultag dann «nur noch einmal schlafen» entfernt, wirds für die Kinder richtig spannend. Dieser Tag ist etwas Besonderes - und genau deshalb sollte dieses wichtige Datum nicht zusätzlich belastet werden: Eltern neigen dazu, den Tag zu stilisieren. Das kann am Einschulungsmorgen emotional ins Gegenteil umschlagen und beim Kind für Tränen und Kummer sorgen. Tipp: den Vorabend ruhig begehen; am Einschulungstag keine Hektik aufkommen lassen. Wenn möglich, sollten die Eltern beim ersten Schulbesuch teilnehmen. Am Nachmittag gehts dann darum, Raum für Erholung zu lassen. Können Mami oder Papi nur zeitweise dabei sein, geben kleine Rituale den Kindern Sicherheit. Glücksbringer für den Hosensack helfen ebenso wie die Versicherung, den ganzen Tag an das Kind zu denken. Ersetzen können sie die elterliche Nähe in dieser Zeit der Umstellung aber nicht.

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