Hochbegabte Kinder sind nicht identisch mit Klassenbesten. Weit häufiger fallen sie durch Schulversagen oder Aggressivität auf. Mädchen geben sich angepasst bis unterwürfig, was oft in psychosomatischen Störungen zum Ausdruck kommt.

Während der Intelligenzquotient lange Zeit als Mass aller Dinge galt, bewerten Fachleute heute bei Abklärungen das gesamte Potenzial. Das Modell der drei Ringe des amerikanischen Wissenschaftlers Joseph Renzulli beispielsweise stützt sich ab auf Persönlichkeitsfaktoren wie überdurchschnittliche Fähigkeiten, Kreativität und Motivation. Der amerikanische Psychologieprofessor Howard Gardner unterscheidet gar zwischen neun verschiedenen Intelligenzen wie etwa der sprachlichen, der musikalischen oder der logisch-mathematischen.

Gemäss Statistik sitzen in der Primarschule im Schnitt zwei Prozent hochbegabte Kinder mit einem IQ von 130 und mehr. Jedes vierte weist ein psychologisch auffälliges Verhalten auf. Zudem sind 20 bis 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen generell zu höheren Leistungen fähig, als der Lehrplan es vorsieht.

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