In SMS-Texten und Chat-Dialogen von Jugendlichen herrscht die sprachliche Anarchie. Das sieht dann so aus: «ish cool xi mal wider chli mit dir zplaudere.» Solche Sätze, die jeder Grammatik und Rechtschreibung spotten, lassen vielen Erwachsenen die Haare zu Berge stehen - die Stimmen, die darin einen Zerfall der Schreib- und ganz allgemein der Sprachkompetenz von Jugendlichen sehen, werden immer lauter.

Die Linguistin Christa Dürscheid untersucht, wie die neuen Medien das Schreiben im Klassenzimmer beeinflussen. Schüler haben der Sprachwissenschaftlerin der Universität Zürich ihre Schul- und Freizeittexte (Chats, SMS, Mails) zur Verfügung gestellt. Erste Befunde deuten darauf hin, «dass der Einfluss der neuen Medien auf das Schreiben in der Schule gering ist», sagt Dürscheid. Die Jugendlichen könnten durchaus unterscheiden zwischen informellem und normgebundenem Schreiben. Wir sind also noch weit entfernt von einer orthographischen Anarchie in der Schule.