Schulen sollen künftig auf Produkte des Softwaregiganten Microsoft verzichten, empfiehlt die Schweizerische Fachstelle für Informationstechnologien im Bildungswesen (SFIB). Die staatliche Stelle legt den Schulen nahe, «auf Erwerb oder Erneuerung von Lizenzen für Produkte von Microsoft im Rahmen eines School-Agreements zu verzichten». Stattdessen solle man auf Gratis-Software und schlanke IT-Strukturen setzen.

«Wir bleiben bei unserer Kritik»

Der Fachstelle dämmert, dass die enge Partnerschaft mit Privatfirmen im Rahmen der Initiative «Schulen ins Netz» zu grossen Abhängigkeiten führt (siehe Artikel zum Thema «Schule im Netz»: Eine schöne Bescherung). Seit 2004 können die Schulen von Sonderkonditionen für Microsoft-Lizenzen profitieren.

Nun verknüpft Microsoft das neue Schulangebot zusätzlich mit einem eigenen Webservice-Paket. Die SFIB kritisiert heikle Nutzungsbedingungen, mangelhaften Datenschutz, totale Abhängigkeit, mangelhafte Funktionalität des Schülerportals. Vom Zusatzrabatt profitiere nur, wer die Gesamtlösung kaufe.

Microsoft nennt das «diffamierende und geschäftsschädigende Falschaussagen». Sprecherin Barbara Josef: «Die Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen sind für die Schweiz noch gar nicht angepasst. Wir erarbeiten diese zurzeit mit den Zürcher Schulbehörden.»

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SFIB-Vertreter Robert Koller dazu: Falls Microsoft die Bedingungen tatsächlich anpasse, korrigiere man sich in diesem Punkt. Aber: «Wir bleiben bei unserer Kritik an der zunehmenden Abhängigkeit von einer Softwarefirma.» Allerdings: Mittlerweile sind die Microsoft-Programme etabliert. Das Gros der Schulen wird nicht umstellen.