Bundesrätin Ruth Dreifuss lässt ihren Worten Taten folgen. «Ich habe in Betracht gezogen, dass wir die fehlende Gesetzgebung im Dringlichkeitsverfahren ergänzen könnten», sagte sie vor zwei Monaten in einem Interview mit dem Beobachter (Nr. 20). Jetzt bereitet die Wissenschaftsministerin ein Spezialgesetz zur Forschung mit embryonalen Stammzellen vor, das bereits Anfang 2003 in Kraft treten soll.

Embryonenforschung gilt zurzeit als einer der vielversprechendsten Forschungszweige, weil von ihr Therapien für Krankheiten wie Diabetes oder Parkinson erwartet werden. Es fehlen aber klare gesetzliche Regelungen. Der Nationalfonds hat Ende September ein Genfer Forschungsteam unterstützt, das mit dem Import von embryonalen Stammzellen aus den USA eine bestehende Gesetzeslücke ausnutzte.

Das neue Gesetz soll nun festlegen, ob und unter welchen Bedingungen in der Schweiz überzählige Embryonen für die Forschung verwendet werden dürfen. Zuvor sollen auch ethische Aspekte diskutiert werden. Dreifuss hat deshalb die Stiftung Science et Cité beauftragt, im nächsten Jahr die öffentliche Debatte über die ethischen Fragen der Embryonenforschung voranzutreiben.

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