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Haarausfall – Mythos oder Wahrheit?

von am 27.08.2018

Zum Thema Haarausfall kursieren zahlreiche Mythen. Doch was ist wirklich dran an den bekanntesten Gerüchten?

Mythos 1: Nur Männer haben Haarausfall

Bei Männern überwiegt eindeutig der sogenannte erblich bedingte Haarausfall – er ist für 95 Prozent der Fälle verantwortlich, in denen die Betroffenen über vorzeitig ausgehende und spärlicher nachwachsende Haare klagen. Frauen leiden weitaus seltener unter dem erblich bedingten Haarausfall. Ausserdem setzt er meist erst nach den Wechseljahren ein, wenn sich das hormonelle Gleichgewicht verschiebt. Deutlich häufiger kommt es bei Frauen dagegen zum sogenannten diffusen Haarausfall, bei dem die Haare am gesamten Kopf verstärkt ausfallen und ausdünnen – zum Beispiel infolge von Nährstoffmangel, hormonellen Schwankungen oder gesundheitlichen Problemen. Jede vierte Frau hat mindestens einmal im Leben einen diffusen Haarausfall!

 

Mythos 2: Biotin hilft gegen Haarausfall

Es gibt viele Biotin-Produkte, die versprechen gegen Haarausfall zu wirken. Die Einnahme von Biotin ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn der Haarausfall tatsächlich auf einen Biotinmangel zurückzuführen ist. Da Biotin in Lebensmitteln weit verbreitet ist, sind Mangelerscheinungen bei einer normalen Ernährung nur selten. Bei Biotin handelt es sich um ein wasserlösliches Vitamin. Bei Supplementation ohne vorliegenden Mangel, wird das Vitamin einfach über die Niere ausgeschwemmt. Der Körper ist nicht in der Lage, es zu speichern. Aktuelle Untersuchungen raten daher bei Haarausfall von einer pauschalen Biotin-Supplementation ab.

 

Mythos 3: Shampoo hilft gegen Haarausfall 

Shampoo kann lediglich mittels optischer Effekte die vorhandenen Haare verschönern. Beispielsweise kann Silikon einen Glanz verleihen, nicht aber die Haarstruktur verbessern. Eine Haarausfall-Behandlung sollte immer ursachengerichtet erfolgen. Eine optimale Versorgung der Haarwurzeln mit B-Vitaminen und Cystin ist essentiell. Durchblutungsfördernde, topische Mittel (Wirkstoff Minoxidil) können ebenfalls unterstützen.

 

Mythos 4: Viel Bier trinken macht schöne Haare 
Dass Bier dem Haar Glanz und Griffigkeit spendet, ist wohl jedem schon einmal zu Ohren gekommen. Manch einer wäscht sich mit Bier die Haare und hofft auf eine wallende Mähne. Bier bewährt sich zwar als Haarfestiger, allerdings nimmt es dem Haar jeglichen Glanz und macht es stumpf.  Auch für diesen Mythos gilt: Zwar enthält Bier die für schöne Haut und Haare wichtigen Substanzen Vitamin B2 und Pantothensäure, doch in so geringer Menge, dass ihre Wirkung kaum zum Tragen kommen kann. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, ohne viel Alkohol ist daher zu empfehlen.

 

Mythos 5: Es gibt keine wirksame Behandlung gegen Haarausfall
Haarausfall wirksam zu behandeln ist nach wie vor nicht einfach, auch wenn in diesem Bereich viel geforscht wird. Um möglichst gezielt gegen den Haarverlust vorgehen zu können, ist es wichtig, die Ursache zu kennen. Die Haarwurzelzellen gehören zu den zellteilungsaktivsten Zellen des menschlichen Körpers. Daher benötigen sie ausreichend Aufbaustoffe und Energielieferanten, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Fehlt es an diesen Substanzen, können die von ihnen gebildeten Haare dünner und unansehnlicher werden oder sogar ausfallen. Umgekehrt kann eine gute Versorgung dazu beitragen, Haarwurzeln und Haare von innen heraus zu stärken. Insbesondere bei diffusem Haarausfall sowie Haarstrukturschäden wirkt die Einnahme von Kombinationspräparaten mit Cystin, B-Vitaminen und Medizinalhefe daher wie eine Aufbaukur. Über die Blutbahn gelangen die Inhaltsstoffe zu den Haarwurzeln, wo sie ihre Effekte gezielt entfalten.