5_00_bp_bahn.jpgDas Bundesamt für Verkehr macht Druck: Auch Schmalspurlinien wie die Brünigbahn erhalten automatische Bremssysteme.

Zwei Tote, 51 Verletzte das ist die tragische Bilanz des Zugunglücks vom letzten November in Bern-Weissenbühl. Ein Lokomotivführer der S-Bahn hatte ein Rotlicht überfahren und einen Eilzug gerammt.

«Die Sicherheit hat jetzt Priorität», heisst es beim Bundesamt für Verkehr (BAV). Nicht nur die SBB und die Privatbahnen, sondern auch die Schmalspurlinien sollen mit dem Zugs-Uberwachungs-System (ZUB) ausgerüstet werden. Das System stoppt den Zug automatisch, wenn der Fahrer ein Rotlicht übersieht.

Besonders im Auge hat das Amt die Brünigbahn, die Berner-Oberland-Bahn sowie die Luzern-Stans-Engelberg-Bahn. Mitte März will das BAV «eine einvernehmliche Lösung finden, die den künftigen Standard für Schmalspurbahnen definiert». Vorgängig müssen die Bahnen eine Sicherheitsanalyse ihrer Strecken, geplante Massnahmen sowie einen Terminplan präsentieren.

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Die Situation der Schmalspurlinien ist speziell. Auf den meist hügeligen Strecken sind die Züge wesentlich langsamer unterwegs. Deshalb ist das Risiko von schweren Unfällen geringer als bei anderen Bahnen. Aber: «Wenn der Lokführer ein Rotlicht überfährt, wird es auch bei uns gefährlich», sagt Markus Winkler von der Brünigbahn.

Viele der über 40 Schmalspurbahnen haben deshalb das ZUB bereits installiert oder sind mitten in den Arbeiten. Der Regionalverkehr Bern-Solothurn etwa ist bis Ende Jahr auf dem neusten Stand. «Zu 90 Prozent ausgerüstet» ist auch die Rhätische Bahn. Und bis in zwei Jahren soll auch die hochalpine Berninalinie topsicher sein.

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