Der älteste Buchklub der Schweiz, die Neue Schweizer Bibliothek (NSB), gibt sich gern seriös und vertrauenswürdig. Das passt schlecht zu der Art und Weise, wie im NSB-Prospekt das Softerotik-Video «Exotic Love» angeboten wird: Unter dem Titelbild mit einem Paar in eindeutiger Stellung steht explizit «ab 12 Jahren».

Damit kommt die NSB allerdings in Konflikt mit den geltenden Jugendschutzgesetzen in der Schweiz. Der Paragraf 197 des Strafgesetzbuchs droht all jenen «mit Gefängnis oder Busse», die «einer Person unter 16 Jahren pornografische Vorführungen anbieten». Im Kleingedruckten auf der Kassette selber steht denn auch unmissverständlich, dass der Konsum des Videos «Exotic Love» erst ab 16 zu empfehlen sei.

Brigitte Freiburg, NSB-Programmverantwortliche für die Schweiz im deutschen Mutterhaus von Bertelsmann, hat einen Erklärungsversuch parat: «Hier muss es sich um einen klassischen Datenerfassungsfehler handeln. Anders kann ich mir das nicht vorstellen.» Freiburg verspricht, den Missstand sofort zu beheben. Für Jacqueline Bachmann, Geschäftsführerin der Stiftung für Konsumentenschutz, eine zwingende Massnahme: «Wenn die NSB das nicht umgehend tut, muss man ihr androhen, sie bei den zuständigen Behörden zu melden.»

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