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AKW MühlebergGefahr droht aus der Luft

Nur eine dünne Betonhülle schützt das AKW-Mühleberg. Ein Flugzeugabsturz hätte katastrophale Folgen.

In Mühleberg würde ein Flugzeug an der schwächsten Stelle auf bloss 15 Zentimeter Beton treffen.
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Geht es nach dem Willen der Bernischen Kraftwerke (BKW), läuft das AKW Mühleberg noch bis 2019. Ginge es nach Max Tobler, müsste der Meiler längst abgeschaltet sein. Tobler hat 32 Jahre lang ­Maschinen der Swissair pilotiert und bildet heute noch Piloten aus. Er ist überzeugt, dass eine der grössten Gefahren für das AKW Mühleberg aus der Luft droht: Ein – beispielsweise von Terroristen – gezielt zum Absturz gebrachtes Passagierflugzeug könnte die Betonhülle durchschlagen und so eine nukleare Katastrophe auslösen.

«Es ist problemlos möglich, einen Airbus 380 in ein AKW zu steuern», erklärt Max Tobler. In Mühleberg würde ein Flugzeug an der schwächsten Stelle auf bloss 15 Zentimeter Beton treffen. Bei den neueren AKWs in Gösgen und Leibstadt ist eine Mindestwandstärke von ­1,5 Metern vorgeschrieben.

Max Tobler hat deshalb mit Mitstreitern der Mühleberg-kritischen Organi­sation «Fokus Anti-Atom» im März beim Bund einen Antrag auf Entzug der Betriebsbewilligung für Mühleberg gestellt.

Nun erhält Tobler Unterstützung. In einem Gutachten für die atomkritische Organisation «.ausgestrahlt» hat der deutsche Atomkraftexperte Dieter Majer die Gefahr für deutsche AKWs durch ­gezielte Flugzeugabstürze untersucht. Sein Fazit: Der Aufprall eines modernen Grossflugzeugs auf ein AKW könne «ka­tastrophale Folgen» haben.

Die Atomaufsicht will sich Zeit lassen

Selbst bei der Atomaufsichtsbehörde Ensi, die noch 2011 auf ihrer Website behauptet hatte, die Schweizer AKWs seien «ausreichend geschützt gegen Flugzeugabstürze», ist man sich nicht mehr so sicher. Wie Recherchen des Beobachters ergaben, hat das Ensi am 21. Mai die AKW-Betreiber mit einer Verfügung aufgefordert, die Situation neu zu überprüfen. Gegenüber dem Beobachter weigert sich Ensi-Sprecher Sebastian Hueber hartnäckig, Fragen zum Verfahren zu beantworten.

Klar ist: Den AKW-Betreibern wurde für die Simulationen eine Frist bis Ende 2014 eingeräumt. Auch mit der anschlies­senden Analyse will sich das Ensi Zeit lassen: Man werde «nicht vor Ende 2015» informieren, sagt Hueber.

Veröffentlicht am 12. November 2013

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2 Kommentare

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Heini Glauser
ENSI lässt sich Zeit: Bei der Sicherheit gegenüber Flugzeugabstürzen mindestens zwei Jahre. Bei Erdbebensicherheit noch Jahre. Bei Hochwassergefahren noch unbestimmte Zeit. Obwohl die beiden Alt-AKW Beznau auf einer Aareinsel stehen, und bei einem Extremhochwasser metertief in den Wasserfluten stehen werden, beharren die Hochwasserfachleute des ENSI bis jetzt auf ihrer Behauptung: "alle CH-AKW sind gegenüber einem 10'000-jährigen Hochwasser sicher". Da die Wassermengen der Aare bei Extremhochwassern bisher nur grob abgeschätzt wurden, soll ein umfassendes Forschungsprogramm zu diesen Fragen in Angriff genommen werden,. Z.Z. laufen Vorabklärungen zum Forschungsprogramm durch das private Hydrologie-Ingenieurbüro, das für die AXPO die Hochwassersicherheit für Beznau "nachgewiesen" hat!?!
Urs Lachenmeier
Was sagt das ENSI dazu? Nimmt es diese Gefahr nicht zur Kenntnis? - nicht ernst? Oder wird diese Gefahr mit Wahrscheinlichkeitsberechnungen weggerechnet? Das ENSI muss seine Verantwortung im Auftrag des Staates und seiner Bewohner endlich voll ernst nehmen. Das Kernenergiehaftpflichtgesetz ist abzuschaffen, oder mindesten die Haftungsgrenze auf eine realle Summe gesetzt werden. "Real" nicht imm Sinne der Wirtschaftlichkeit, sondern im Sinne des potentiellen Schadens!