Vier Jahre lang lebt Heike Helm mit ihrem Partner ­zusammen, vier Jahre lang arbeitet sie auf dessen Hof in Escholzmatt LU. «Damit alles korrekt abläuft, hatten wir auch einen Arbeits­vertrag.» Ende Juni geht die Beziehung in die Brüche – und damit wird Heike Helm arbeitslos. Nachdem sie ­monatelang erfolglos eine Stelle gesucht hat, beantragt sie Ende Oktober beim ­regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) eine Arbeitslosenentschädigung.

«Das ist gar nicht möglich»

Doch das RAV verweigert ihr das. Begründung: Sie habe mit ihrem Freund in einer eingetragenen Partnerschaft gelebt und sei bei ihm an­gestellt gewesen. «Damit hat die versicherte Person [...]keinen Anspruch auf Arbeitslosenentschädigung.»

Absurd: Die eingetragene Partnerschaft ist gemäss Part­ner­schaftsgesetz nur für gleichgeschlechtliche Paare möglich. Heike Helms Expartner ist aber ein Mann.

Auf Anraten des Beobachters erhebt Heike Helm Einsprache. «Eine eingetragene Partnerschaft ist aufgrund unseres unterschiedlichen Geschlechts gar nicht möglich», schreibt sie. Da sie und ihr Partner im Konkubinat gelebt hätten, habe sie Anspruch auf Leistungen.

Das RAV reagiert einsichtig: «Ein Missverständnis. Wir haben die Unter­lagen nicht genau gelesen.»

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Rückwirkend kommt Heike Helm nun doch noch zu ihrem Geld. «Der Fall ist lustig, hat mir aber Sorgen bereitet», sagt sie. «Als allein­erziehende Mutter von zwei Kindern bin ich auf das Geld angewiesen.»