Das Strassenverkehrsamt Bern liess elf Jahre ins Land ziehen, bis es Adrienne Schwyzer «nachträglich» zum siebzigsten Geburtstag gratulierte und sie zugleich zu einer ärztlichen Kontrolluntersuchung aufbot.

Das amtliche Schreiben landete im Briefkasten eines Nachkommen, der im Elternhaus wohnt. Adrienne Schwyzer, die heute 81 Jahre alt wäre, verstarb 1997. Ihren Führerausweis hatte sie Jahre zuvor freiwillig abgegeben. Sohn Roger Schwyzer beschwerte sich schriftlich beim Strassenverkehrsamt: «Als wir das Aufgebot zur medizinischen Untersuchung für unsere Mutter erhielten, waren wir erst sprachlos, anschliessend betroffen, verärgert, belustigt, schockiert und fassungslos.» Jetzt war es vorbei mit der Berner Beschaulichkeit: Das Strassenverkehrsamt entschuldigte sich umgehend. Zurzeit bereinige es sämtliche Führerausweisdaten für ein zentrales Bundesregister. Dabei sei das Schreiben «irrtümlich ausgelöst» worden.

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Ein Blick auf die Adresse hätte genügt, um den Fauxpas zu bemerken. Adrienne Schwyzer wohnte in 4253 Liesberg im Laufental. Dieses wechselte 1994 vom Kanton Bern zu Baselland. Seither ist dort das Berner Strassenverkehrsamt nicht mehr zuständig. Das müsste eigentlich, langsam aber sicher, selbst bis in die Berner Amtsstuben durchgesickert sein.