Der Mann strahlt. Sein Käse hat Erfolg. Charles, der Fürst von Klosters und von Wales, beweist, dass er in den Schweizer Bergen viel gelernt hat – zumindest, wie man mit Käse Kohle macht. Seine Firma Duchy Originals, die Bioprodukte herstellt, schreibt fürs Geschäftsjahr 2003 einen Gewinn von über einer Million Pfund. Ein Pfunds-kerl, und erst noch ein adelig edler: Der ganze Profit der Firma kommt seinen wohltätigen Organisationen zugute.

So strahlt er denn in seiner schneeweissen Schutzkleidung für Käserinnen und Fotografen. Und der Blick auf seine Beine beweist: Der Prinz hat sich wahrhaft auf die Socken gemacht. Wer sogar seine Waden zum Schachbrett macht, setzt alle kleinkarierten Kritiker matt. Die kleidsamen blauen Schuhschutzhüllen sind ebenfalls vom Feinsten. Man weiss nicht recht, sollen die Füsse vor dem Käse oder die Käserei vor Käsefüssen geschützt werden.

Alles Käse oder was? Nicht die Bohne. Von Duchy Originals gibts nicht nur Käse, sondern jede Menge anderer Bioprodukte, von Biskuits über Brot, Bier und Milchprodukte bis zu ökologischen Gartenmöbeln. Und wie sehr er den Schweizern verbunden ist, demonstriert der Kronprinz dadurch, dass er auch Schokolade fabrizieren und vertreiben lässt.

Bei den Engländern spricht man im Zusammenhang mit den Methoden des Bauern Charles nicht von Bioprodukten, sondern von «organic food and drink». Endlich mal eine Firma also, die tatsächlich von organischem Wachstum sprechen darf. Und die Zukunft der Branche sieht gut aus. Wenn «Mio» die Abkürzung für Million ist, steckt in «Bio» wohl ein Billionengeschäft. Was den organischen Schweizer Kollegen ihre Knospe, ist dem Prinzen mit dem grossen Hörorgan sein Duchy. Im Nebenamt ist der blaublütige Mann eben auch noch der Duke of Cornwall, und da steckt das Korn, dessen Saat aufgehen soll, schon im Namen.

Beim nächsten Skiabstecher mit seinen Söhnen ins Prättigau – pretty, gäu? – wird er vermutlich auch unseren Biobauern noch ein paar Tipps geben können – von Highlander zu Highlander. Er fühlt sich als Prinz der Waliser im Land der Walser und vor allem im «Walserhof», dem Edelrestaurant zu Klosters, ja besonders heimisch. Dort passt der Slogan seiner Firma, «uncompromisingly good food», kompromisslos gutes Essen, auch hin.

Mit diesem Motto demonstriert der Businessman Charles, dass er sich den neusten hiesigen politischen Entwicklungen angepasst hat: Der gut angejahrte gesellschaftliche Kompromiss scheint ja auf dem Komposthaufen der jüngsten Schweizer Geschichte gelandet zu sein. Vielleicht hat der Bioprinz einige ausgegorene Ideen, wie die Reformprozesse eingeleitet werden könnten.

Quelle: AFP