Der schwarze Block hat wieder zugeschlagen. Die Schengen-Gegner haben vielleicht doch Recht. Noch haben wir nicht darüber abgestimmt, ob wir bei Schengen und Dublin dabei sein wollen, und bereits hat die Kriminalität zugenommen. Da konnten sich irgendwelche vermummten Gestalten an einer Medienkonferenz in Bern ungestraft als Polizisten ausgeben – nur weil sie auf ihre Masken «Polizei» geschrieben hatten. Der Hauptmann von Köpenick lässt grüssen.

Besorgte Polizisten waren es, die so ihren Protest gegen Schengen ausdrücken wollten. Den Mumm, ohne Vermummung aufzutreten, hatten sie allerdings nicht. Nur ein Schlitz für die Augen blieb frei. Der gewährte in etwa einen Ausblick wie aus einem Bunker. Und wenn man näher hinsah, wurde klar: Das ist genau der Bereich, wo auf Verbrecherbildern die schwarzen Balken platziert werden. Endlich wissen wir, wo die jeweils ausgeschnitten werden.

Irgendwie erinnerten die Bilder von der Berner Medienkonferenz an jene Zeiten, als Flugzeugentführer und andere Missetäter vor den Kameras ihre Köpfe durch jene kleidsamen Skimützen verhüllten, die den Namen unseres einstigen Skihelden Roger Staub aus Arosa trugen. Ganz so sportlich gehts allerdings heute nicht mehr zu. Die Dinger sind mittlerweile simpler und heissen in eher militärischem Jargon «Sturmhauben». Die beiden Vermummten verhüllten ihre Häupter angeblich aus Angst vor Racheakten oder Repressalien von Seiten ihrer Kollegen oder Vorgesetzten. Schrecklich muss das zugehen in unseren Polizeikorps. Die Polizisten leben offenbar in einem veritablen Polizeistaat.

Der Mann, der für die geheimnisvollen, sprachlosen Ordnungshüter das Wort gegen Schengen ergriff, heisst Felix Nöthiger und ist pensionierter Bankbeamter. Der hat natürlich viel Erfahrung in der Kunst, die Identität seiner Kundschaft geheim zu halten und damit allerlei Spekulationen Tür und Tor zu öffnen. Kein Geheimnis machte er dagegen aus seiner Überzeugung, dass der Vorstand des Polizistenverbands, der sich für Schengen entschieden hatte, bei einer Urabstimmung unter den Polizisten «ein Waterloo» erleben würde. Der Mann kennt sich aus in Europa und blickt offenbar entgegen seinen Anti-EU-Beteuerungen bereits Richtung Brüssel. Schliesslich liegt das historische Schlachtfeld von Waterloo dort in der Nähe. Und damit auch gar nicht so weit von Schengen.

Mit den Mützen ist es wie mit allen Modetrends: Es gibt nichts Neues, es wird nur immer Altes rezykliert. Wollten die Vermummten damals aus dem Staat Gurkensalat machen, möchten die Gesinnungsgenossen dieser neuen Verkappten den Sozialstaat verwursten. Hinter den Masken kann man allerdings leicht das Gesicht verlieren.

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