Unsere politische Elefantenrunde, jene im Berner Zirkus, könnte etwas frisches Blut ebenfalls dringend gebrauchen. Wenn nach der nächsten Abstimmung die Parteipräsidentin und ihre drei Präsidentenkollegen gemeinsam gegeneinander zur Analyse der Resultate vor den Fernsehkameras stehen, brächte ein echter Elefant bestimmt Stimmung in die Runde.

Kleinelefant Fahim ist ein Bulle, was ihn zusätzlich für die 3:1-männerlastige politische Elefantenrunde qualifiziert. Und das landesübliche Grau in Grau der Politikeranzüge hat er schon in die Gene gelegt bekommen. Übrigens kam er 20 Tage zu früh auf die Welt. Wer deshalb denkt, das Kerlchen sei zu flink und darum für eine Politiker-Elefantenrunde nicht geeignet, wird beruhigt feststellen, dass seine Mutter Indi trotzdem noch 640 Tage an ihm zu tragen hatte. Eindreiviertel Jahre Schwangerschaft, bis etwas Konkretes rauskommt – das klingt schon ganz nach bundesbernischen Entscheidungsfristen.

Nun ja, einige kleine Problemchen für Fahims politische Karriere gibts schon. Er wurde zwar in der Schweiz geboren, aber Mutter Indi stammt aus Burma. Für Secondos ist der Weg in die Politik bekanntlich etwas schwierig. Fremdländische Namen à la Fahim stehen zwar reihenweise in den Nachwuchs-Nationalteams unserer Fussballer, aber nicht in der politischen Nationalauswahl.

Einige Voraussetzungen brächte der Neuling durchaus mit: Auch bei ihm ist der Rüssel das hervorstechendste Merkmal. Und er würde mit Sicherheit für ein paar Überraschungen in der Elefantenrunde sorgen – endlich ein echter Elefant im politischen Porzellanladen. Die Einschaltquoten würden mit einem solchen Schnügel die allgemeine Politikverdrossenheit glatt vergessen lassen.

Für schweizerische Verhältnisse wird Fahim zwar riesengross werden, und er verfügt über eine schon fast beängstigend dicke Haut. Mit seinem Elefantengedächtnis dagegen würde er in diesen Kreisen nicht weiter auffallen.

Als asiatischer Elefant gehört der Kleine zu einer der am stärksten bedrohten Säugetierarten. Auch da passt er zu den Politikern, denen es nach jüngsten Berichten in demokratiegefährdendem Mass an Nachwuchs mangelt. Weil Sitze in den Behörden von einer Ehre zu einer Last geworden sind, muss man die letzten Freiwilligen wohl schon bald in Reservate für Magistraten stecken. Der Zoo könnte bestimmt Tipps für eine artgerechte Haltung liefern.

«Fahim» soll übrigens eine aus dem persisch-indischen Raum stammende Bezeichnung für «der Weise» sein. Mit diesem Namen in die Politik? Schön wärs.

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