Die Feuerwehr stellte am Flughafen das Empfangskomitee. Und im Jet mit dem Schweizer Kreuz auf der Heckflosse sass unser Bundespräsident im Rauch. Wie man lesen konnte, war es ein Problem mit der Klimaanlage, das beim Rückflug vom Staatsbesuch in Portugal Pascal Couchepins Blick umwölkte.

Roi Pascal dürfte für die Rauchzeichen eine andere Ursache als banale Schwierigkeiten mit der Klimaanlage vermutet haben. Er hat uns erklärt, dass die Schweiz einen Präsidenten mit längerer Amtszeit und mehr Kompetenzen brauche. Als er die Rauchwolke bemerkte, war er wohl der Ansicht, nach vatikanischer Sitte werde bereits seine Wahl bekannt gegeben: Habemus Pasqualem.

Rauch und Luft beschäftigten den Bundespräsidenten noch drei Tage später. Da überbrachte er an einem Tag der Lungenliga Schweiz zu deren 100-Jahr-Feier die Botschaft «Ohne Atmen kein Leben» und hüllte vor den Medien die Zukunft unserer Krankenkassenprämien in dichten rhetorischen Rauch. Im Jugendslang früherer Generationen hiess es von Leuten, die ihre eigene Bedeutung besonders hoch einschätzten, sie bräuchten einen Rauchabzug.

Unser Regierungschef ist bekannt für das Feuer, mit dem er Probleme aufgreift vor allem jene in den Ressorts der verehrten Regierungskolleginnen und -kollegen. Mit seinen unverlangten wohlfeilen Ratschlägen sorgt er da öfter mal für Feuer im Dach und verbrannte Erde unter den Füssen.

Wenns heutzutage in der Schweiz ums Fliegen geht, verbreiten sich immer wieder Rauch und Feuer. Die Schweizer Steuerzahler in corpore wurden zum gebrannten Kind, zum Enfant brûlé, als ein selbst ernannter Trendguru der Swissair im Wortsinn die Luft raus- und nur Swiss übrig liess. Für diesen Geniestreich und eine zu grosse Langstreckenflotte gingen locker ein paar Bundesmilliarden in Rauch auf.

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Pascal Couchepin allerdings hätte in seinem Departement des Innern genau die richtigen Leute, um die Rauchwolke im Innern seines Jets aufzuklären: im Bundesamt für Gesundheit die Experten für Rauchprävention, in der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt und im Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie die Spezialisten für defekte Technik und Klimaanlagen.

Nur das Bundesamt für Zivilluftfahrt und das Büro für Flugunfalluntersuchungen, die für die Abklärungen tatsächlich zuständig sind, kommandiert nicht er, sondern Kollege Leuenberger. Aber das hindert Pascal le grand bekanntlich nicht daran, Moritz lustvoll und mit Getöse dreinzufunken. Im Sturzflug. Hoffentlich ist die Swisscontrol alarmiert. Sonst hört man nach Moritzens «Kusch!» nur noch «Päng!».

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