Damit machte er das Töchterchen zur Nummer eins in der Welt der Generikaprodukte – mit mehr als 600 Medikamenten und 20000 Angestellten. If you can’t beat them, buy them. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Börsenberichte und fragen Sie Ihren Arzt oder Buchhalter.

Novartis grast also noch intensiver auf beiden Seiten des Gartenzauns: sowohl bei den Pharmakonzernen, die ihre teuer erforschten Medikamente durch Patente schützen, als auch bei den Generikafirmen, die diese Medikamente nach Ablauf der Patente kopieren und günstiger anbieten. Der Mann an der Novartis-Spitze schaut sich gewissermassen selbst über die Schulter. Zwei Seelen wohnen, ach, in seiner Brust, und zwei pralle Portemonnaies stecken, juhui, in seinen Gesässtaschen.

Nachdem er seine Wunschobjekte Aventis und Roche nicht gekriegt hatte, durfte sich Doktor Vasella nach einigen kleineren Generikaunternehmen jetzt ein richtig grosses, schönes Päckli ins Körbchen legen. Er muss ein uns noch unbekanntes Novartis-Medikament geschluckt haben, das einen ungebremsten Kaufrausch auslöst. Der Detailhandel würde ein solches Präparat begeistert begrüssen, denn damit liesse sich die Krise so erfolgreich bekämpfen wie nie zuvor: einfach flächendeckend verabreichen – wie früher in der Schule die Impfung gegen Kinderlähmung –, und der Aufschwung kann kommen. Das entsprechende preisgünstige Generikum von Sandoz darf dann noch den Ausverkauf ankurbeln.

Umsatz-Superman Vasella hat mit diesen Einkäufen weiter an Muskeln zugelegt und definitiv abgehoben. Irgendeines der Nachahmerprodukte aus seinem Apothekerschränkchen muss eine unglaublich wirksame Anabolikakopie sein. Er wird die Kräfte brauchen können, wenn weiterhin Giftmülldeponien der Basler Chemie im Elsass und im Jura auftauchen, ehemalige Angestellte in den USA wegen Diskriminierung von Frauen klagen und sogar «Die Wirtschaftszeitung der Schweiz» der Ansicht ist, der Novartis-Chef kriege zu viel Cash.

Der Generikamarkt bietet noch weitere Möglichkeiten. Als Sparmassnahme gegen die Kostenexplosion im Gesundheitswesen wäre an Generikalöhne für Grossverdiener zu denken. Nach Ablauf ihrer Patente würden sie ihre Arbeitsleistung günstiger abgeben. Vielleicht könnte der Novartis-Chef bei seinen 20 Millionen Jahresgehalt anfangen. Es gibt ja genügend Beispiele von grossen Forschern, die ihre bahnbrechenden Erfindungen zuerst an sich selbst ausprobiert haben. Er würde einen solchen Millionenschnitt kaum stärker spüren als ein Placebo.