Müssen Hausmänner in die Armee, zeigt sich erst, wie unersetzlich sie sind. Vor allem dann, wenn sie kleine Kinder haben wie Heinz Tschanz aus Därligen. Weil er für die Betreuung seiner drei Töchter keine Lösung fand, wäre er fast mit seiner Kinderschar in die Kaserne Thun eingerückt.

Pro Jahr sind rund 400 Wehr- und Hausmänner mit derlei organisatorischen Problemen konfrontiert. Der Därliger SP-Nationalrat Paul Günter hat sich des Problems angenommen und die Sache in der Sicherheitspolitischen Kommission traktandiert sowie persönlich bei Bundesrat Schmid interveniert.

Die Einsprache hatte Erfolg. Wenn immer möglich sucht der Sozialdienst der Armee künftig nach Wegen, um den Militärdienst «hausmannkompatibel» zu gestalten – etwa durch eine spezielle Urlaubsregelung, Dienst in einer nahen Kaserne oder durch Gespräche mit dem Arbeitgeber der Ehefrau.

Findet sich trotzdem keine Lösung, müssen die Hausmänner zwingend beurlaubt werden, hat das VBS kürzlich beschlossen. Die neue Regelung soll ab 1. Januar 2004 gelten.

Für den 36-jährigen Heinz Tschanz hat sich das Problem gelöst, und auch Nationalrat Günter ist zufrieden: «Es wäre schön, wenn die Armee immer so schnell reagieren würde.»