Hund als Brandverursacher in Oetwil a. d. L.?urs. In Oetwil an der Limmat ist am Sonntag bei einem Küchenbrand ein Sachschaden von rund 100'000 Franken entstanden. Gemäss Polizeiangaben rückte die von Hausbewohnern alarmierte lokale Feuerwehr um 16 Uhr 20 an die Bohnäckerstrasse aus und konnte den Brand in kurzer Zeit löschen. Das Feuer war in Abwesenheit der Bewohner im Hochparterre ausgebrochen. Als Brandursache gilt ein auf dem Kochherd abgestelltes Plasticgefäss. Es wird vermutet, dass der Hund der Familie die Herdplatte eingeschaltet hatte. Dieser soll jede Aussage zu dem Vorwurf verweigert haben.» (NZZ, 13.11.01) 

Alles, was blieb, war die Aussicht auf den Briefkasten. Drei Wochen musste die Familie Anderegg auf dem Besucherparkplatz leben. Vor der eigenen Haustür, in ihrem Wohnwagen. Begonnen hatte das Drama nach einem Sonntagsspaziergang.

11. November 2001. Oscar und Rosmarie Anderegg schlendern mit ihrer zweijährigen Larissa der Limmat entlang. Es ist kühl. Tex, der Sennenhund, inspiziert das Ufer. Viele Spaziergänger hat es nicht. Der Himmel ist bedeckt. 16 Uhr. Die Kleinfamilie ist wieder zu Hause. Die Eltern entschliessen sich, noch kurz einzukehren. Tex bleibt daheim. 16 Uhr 15: Andereggs Nachbar meldet übers Handy: «Bei euch brennts!» Oscar Anderegg hat soeben das Café betreten. Er kann es nicht glauben. Noch eben sei er zu Hause gewesen, ruft er ins Natel. Die Feuerwehr ist gleich zur Stelle. Innert Minuten sind die Flammen gelöscht.

16 Uhr 25. Inzwischen sind Andereggs nach Hause gerast. Auf dem Trottoir vor ihrer Wohnung liegt Tex – reglos, mit verrusstem Fell. Ein Feuerwehrmann drückt dem Tier die Sauerstoffmaske über die Schnauze. Anderegg eilt in die Wohnung. Wo sind die Katzen? Rauchschwaden hängen in den Zimmern. Überall beissender Gestank. Im hintersten Raum sind die Vorhänge zerrissen, darunter liegt Sissi, die Perserkatze, neun Jahre alt. Sie ist bewusstlos. Zeus, Sissis Sohn, zuckt.

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«Ein entsetzlicher Anblick: Die Gipsdecke der Küche hing herunter. Die Einbauschränke waren geschmolzen. Flaschen, Geschirr, Blechdosen lagen herum.» Sämtliche Wände der fünf Zimmer, die Teppiche, Schränke und auch die Wäsche waren russverschmiert und stanken. Trotz Schock – Anderegg behielt die Nerven. «Was nötig war, geschah wie von allein», sagt er. Die Tiere wurden ins Spital gebracht. Von den Nachbarn erhielt man frische Windeln. Dann wurde der Wohnwagen aufgeheizt und vor die Haustür gefahren. Sissi überlebte die Rauchvergiftung nicht. Zeus und Tex haben sich erholt.

Als Brandherd wurde die Kochplatte ermittelt. Ein Plastikkörbchen hatte darauf zu schmoren begonnen. Daneben lag eine Pizza. Auf der Suche nach dem Teigfladen habe der Hund den Herdschalter gestreift, glaubt die Polizei.

Familie Anderegg bleibt der Schock – und eine Busse. «Die Versicherungen sind kooperativ.» Nein, natürlich habe nicht Tex den Brand ausgelöst. «Wahrscheinlich fummelte Larissa am Herd, als wir den Hund nach Hause brachten.»

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