Der Beobachter hat die Betreiber der überprüften Drehtüren - darunter Migros, Coop, das Verkehrshaus Luzern und die Messe Schweiz in Basel - mit den Testresultaten konfrontiert.

Die Reaktionen sind einhellig: Unfälle seien keine bekannt, man nehme das Resultat jedoch ernst. Die meisten Betreiber veranlassten eine Überprüfung der mangelhaften und gefährlichen Türen. So setzten etwa die Ikea-Verantwortlichen die Tür in der Filiale Pratteln BL sofort ausser Betrieb und boten die Herstellerfirma Kaba Gilgen zum Sicherheitscheck auf.

Die Kaba Gilgen AG in Schwarzenburg BE betont, dass alle Türen TÜV-zertifiziert seien. Die Feststellung, die Sicherheitsnachweise seien unzureichend, bezeichnet Marketingleiter Jürg Nyffenegger als «irreführend».

«Dank Ihrer Intervention wurden wir auf Mängel aufmerksam gemacht, die wir umgehend beheben werden», so Markus Strebel vom Türhersteller Tormax Mittelland AG im aargauischen Rupperswil. «Weitere Massnahmen für die Einhaltung der Sicherheit» seien nötig. Nachdem die Firma vor Ort nachgemessen und Aufprallkräfte «über dem Grenzwert» festgestellt hatte, wurden bei den mangelhaften Karusselltüren sofort zusätzliche Sensoren eingebaut.

Weniger Einsicht zeigt die Record Türautomation AG in Fehraltorf ZH. Ihre Türen seien keineswegs gefährlich, es handle sich meist um «langgediente Modelle», erklärt Geschäftsführer Walter Hollenstein. Die Drehtüren seien von Tausenden von Personen benutzt worden, ohne dass es zu einem Unfall gekommen sei. Immerhin: Record will die betroffenen Türen überprüfen und Sicherheitstests machen.

Die meisten Hersteller kritisieren das Messverfahren und behaupten, es gelte die nach einem tödlichen Unfall auf dem Flughafen Köln/Bonn verschärfte DIN-Norm 18650. «Die Messresultate sind deshalb nicht vergleichbar», so Geschäftsleitungsmitglied Stefan Rechsteiner von der Dorma Schweiz AG in Thal SG. Nur: Normen sind unverbindlich. Die Stichprobe des Beobachters stützte sich deshalb auf das schweizerische Bundesgesetz über die Sicherheit technischer Einrichtungen und Geräte sowie die europaweit geltende Maschinenrichtlinie.

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