«Dass ein kleiner Kleber so viel Aufwand verursachen kann, hätte ich nicht gedacht», sagt Klaus Künzi. Früher bestand der grösste Aufwand darin, die lästigen Vignetten von der Scheibe zu kriegen. Dieses Jahr kann man froh sein, wenn sie überhaupt haften bleiben. Bereits sind an die 100 Fälle bekannt, in denen sich Vignetten wieder von der Scheibe geschält haben.

«Ich dachte, das gibt es nicht, als mir das zum zweiten Mal passierte.» Letztes Jahr versuchte Künzi noch, der widerspenstigen Vignette mit Klebstreifen Herr zu werden. Prompt wurde er bestraft. Die daraus resultierende 140-fränkige Busse überzeugte ihn, dieses Jahr nach einer ordnungsgemässen Lösung zu suchen. Er wandte sich an die Verkaufsstelle, um den Aufkleber mit beschränkter Haftung umzutauschen. Dort beschied man ihm, dass dies nur mit einem schriftlichen Gesuch und beigefügter Mangelware möglich sei.

Das schriftliche Gesuch ist an die Oberzolldirektion zu stellen, die für das Dossier «Autobahnvignetten» zuständig ist. Auf die Frage, warum man erst das Gesuch im Internet runterladen muss und die Vignetten nicht gleich bei der Tankstelle umtauschen kann, erwidert Beat Rohner von der Oberzolldirektion: «Der schriftliche Weg ist erforderlich, damit wir den Überblick behalten und gegebenenfalls reagieren können.» Darin sieht Rohner durchaus einen Serviceaspekt: «Es ist doch auch für den Kunden angenehmer, wenn er das von zu Hause aus regeln kann.» Ob die Betroffenen dies auch so sehen, ist fraglich. Das Gesuch ist unter www.vignette.ch im Internet zu finden.

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