Die 122 Proben von verschiedenen Schlankheitsmitteln stammen aus illegalen Arzneimittelimporten, die die Eidgenössische Zollverwaltung letztes Jahr beschlagnahmt hat. Vor deren Vernichtung untersuchte sie Swissmedic im Labor.

Die Analysen zeigten, dass mehr als die Hälfte der Produkte schwere Qualitätsmängel aufweisen. Ausserdem enthielten fast 90 Prozent der Schlankheitsmittel Wirkstoffe, die die Gesundheit gefährden. So fand sich in vielen Produkten der Wirkstoff Sibutramin, der bereits vor mehr als einem Jahr weltweit vom Markt zurückgezogen wurde, weil er Herz-Kreislauf-Komplikationen verursachen kann. In einzelnen Proben fand sich das Dreifache der früher zugelassenen Dosierung, was lebensgefährlich ist.

Rimonabant, ein weiterer Wirkstoff zum Gewichtsverlust, ist ebenfalls international von Arzneimittelbehörden zurückgezogen worden. Trotzdem werde auch dieser Wirkstoff vor allem in chinesischen Betrieben weiterhin hergestellt und auf illegalen Internetplattformen angeboten. Die Wirkstoffe werden gemäss Swissmedic zu erschreckend günstigen Preisen verkauft, so dass die Arzneimittelfälscher offenbar auch nicht davor zurückschrecken, diese Stoffe hoch überdosiert in ihre Produkte einzuarbeiten.

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Zunehmend werden solche Produkte im Internet bestellt. Swissmedic wurden im vergangenen Jahr von Partnerbehörden 74 als pflanzlich angepriesene Schlankheitsmittel gemeldet, die alle Sibutramin enthielten, meist in gefährlicher Dosis. Diese Produkte tragen oft asiatische Namen und die Kapseln sind meist ansprechend verpackt, zum Teil werden sind sie sogar als Genussmittel wie Tee oder Kaffee präsentiert.

Zum Schutz der Bevölkerung werden nicht nur illegale Arzneimittelsendungen an der Schweizer Grenze abgefangen, sondern auch internationale Marktüberwachungsaktionen durchgeführt und Quellen von gefährlichen Arzneimitteln an ausländische Behörden gemeldet. So hatte Swissmedic zum Beispiel parallel zur öffentlichen Warnung vor dem Schlankheitsmittel «LiDa Dai Dai Hua» die europäische Versandadresse ins Ausland gemeldet. Kürzlich konnte der kriminellen Organisation, die dahinter steckte, in einer internationalen Operation das Handwerk gelegt werden.

Aufgrund der alarmierenden Ergebnisse der jüngsten Analysen warnt Swissmedic erneut eindringlich davor, im Internet Arzneimittel zu bestellen, da diese die Gesundheit massiv gefährden können. Swissmedic erinnert zudem daran, dass es Privatpersonen gesetzlich verboten ist, aus dem Ausland grössere Mengen Arzneimittel in die Schweiz zu importieren. (Swissmedic)