Als der Garagist Bruno Cajacob im letzten Herbst eine Anzeige wegen Geschwindigkeitsüberschreitung erhielt, dachte er, mit einem Brief sei die Sache erledigt. «Ich konnte mich nicht erinnern, wer Wochen zuvor mit dem Garagenauto unterwegs war», sagt er. Die Stadtpolizei Zürich gab sich damit nicht zufrieden und leitete die Anzeige an den Polizeirichter. Dieser verfügte eine Busse: 450 Franken – wegen Nichtbekanntgebens des Lenkers.

Dagegen erhob Cajacob Einsprache. Statt eines Vorladungstermins erhielt er aber eine Mahnung. Wie sich herausstellte, hat Cajacob die Einsprache statt an den Polizeirichter versehentlich an die Zentralstelle für Ordnungsbussen geschickt. Beide Amtsstellen konnten das Einschreiben aber nicht finden.

Bruno Cajacob befolgte den Rat des Beobachters und gelangte an den Ombudsmann. Dieser stellte fest, dass das Verfahren doppelt so lange wie vorgesehen gedauert hatte. Cajacob erhielt nochmals eine Einsprachefrist. Darauf wurde die Strafverfügung aufgehoben – mangels Verschulden. Cajacob: «Dank dem Beobachter kenne ich nun den Ombudsmann. Das ist eine sinnvolle Institution.» Trotzdem wird er in Zukunft peinlich genau Journal über seinen Wagen führen.