Oliver Schmid aus Neuenegg BE lernte seine Frau aus Kasachstan in den Ferien auf Zypern kennen. Das Paar heiratete 2004 in der Schweiz, während eines dreimonatigen Besuchs der gut deutsch sprechenden Yevgeniya Minakova. Ihre Mutter aus Kasachstan erhielt im Sommer 2005 ein zweiwöchiges Besuchervisum, um die neue Familie ihrer Tochter kennen zu lernen.

«Der Besuch war ein voller Erfolg, wir verstanden uns auf Anhieb.» Familie Schmid lud die Mutter für diesen Sommer erneut ein. Geplant waren zwei Wochen Ferien im Berner Oberland. Doch dieses Mal wurde das Visumgesuch vom Schweizer Generalkonsulat in Almaty abgelehnt - mit der Begründung, die Tochter habe 2004 anlässlich eines Besuchs in der Schweiz geheiratet. Das Konsulat schrieb, Irina Minakova dürfe aus diesem Grund vorläufig kein Besuchervisum für die Schweiz erteilt werden.

«Man wollte die Mutter für das angeblich unkorrekte Verhalten der Tochter bestrafen, obwohl sich das Paar bei der Heirat korrekt verhalten hatte», sagen die Eltern des Schweizer Gatten. Familie Schmid gelangte an den Beobachter und erhielt die Auskunft, dass der Ablehnungsgrund rechtlich unhaltbar sei, die Mutter solle vom Konsulat eine Verfügung verlangen. Auch das wurde mit der Begründung abgelehnt, Irina Minakova habe gar nie einen Antrag gestellt. Das Konsulat rechnete in der Folge nicht mit der Hartnäckigkeit der Familie Schmid und des Beobachters. Nach langem Hin und Her stellte es Irina Minakova das Besuchervisum schliesslich aus.

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