Klaus Imberg, 79, berichtet begeistert von seinen Gleitschirmflügen und Velotouren. Auch von einem seiner neusten Projekte erzählt der in Affoltern am Albis ZH wohnhafte Bauingenieur und Jurist gern: von einem Freizeit- und Kulturzentrum in Bonfol, das er in den Hallen der Céramique industriel SA (Cisa) neben der Sondermülldeponie errichten will.

Imberg kaufte das rund 28000 Quadratmeter grosse Gelände aus der Konkursmasse der Cisa. Einen kleinen Teil verpachtete er letzten Sommer an Greenpeace, die damit offiziell Nachbar der Deponie und somit einspracheberechtigt wurde.

Von Imbergs Plänen mit der Cisa-Liegenschaft existiert bisher lediglich eine Vorstudie aus dem Jahr 2002. Der neue Besitzer ist bereit, 1,5 Millionen Franken in eine Stiftung einzubringen, um das Zentrum zu realisieren: «Ich habe keine Nachkommen, und ins Grab kann ich mein Geld ja nicht mitnehmen.» Imbergs Idee ist, dass sich die Basler Chemiefirmen mit einem ebenfalls siebenstelligen Betrag an der Stiftung beteiligen, «um sich mit einer schönen Visitenkarte aus der Ajoie zu verabschieden».

Doch das Einvernehmen zwischen Imberg und den BCI-Verantwortlichen ist nicht ungetrübt. Imberg ist Verwaltungsratspräsident der auf die Beseitigung von Filterstäuben spezialisierten Firma Cendres & Déchets in Delémont. 2003 hatte er versucht, ein Konsortium von meist österreichischen Firmen zusammenzutrommeln, um ein Angebot für die Sanierung der Deponie Bonfol einzureichen. Den Kontakt zur BCI sollte Cendres & Déchets herstellen.

Der Deal platzte im Sommer 2004, als einer von Imbergs Konsortialpartnern direkt von der BCI kontaktiert wurde: Die verdutzten Vertreter eines grossen Umwelttechnik-Unternehmens erfuhren bei einer Sitzung in Basel, dass man bei der BCI gar nichts von ihrem Konsortium wusste. Imberg, der sich durch die BCI diskreditiert fühlte, leitete darauf rechtliche Schritte ein – nicht eben die Art, wie man sich Partner für ein gemeinnütziges Projekt sucht.

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