Norman Wille ist Liechtensteiner und lebt im «Ländle». Er hat einen liechtensteinischen Vater und eine Schweizer Mutter. Wille fühlte sich mit der Heimat seiner Mutter ebenso verbunden wie mit jener seines Vaters. Deshalb wollte er auch auf dem Papier Schweizer Bürger werden.

1997 erkundigte er sich beim Beobachter, ob dieser Traum Wirklichkeit werden könnte. Die Antwort war klar: Als ausländisches Kind einer Schweizerin kann Wille ein Gesuch um erleichterte Einbürgerung stellen. Ein Wohnsitz in der Schweiz ist nicht mehr nötig. Es genügt, wenn er nachweisen kann, dass er mit der Schweiz eng verbunden ist. Also stellte Wille im Dezember 1997 beim Bundesamt für Polizeiwesen das Gesuch um erleichterte Einbürgerung. Das Amt bestätigte den Eingang prompt und machte Abklärungen bei den Referenzpersonen, die Wille angegeben hatte.

Fünf Monate später erhielt Norman Wille den Bescheid, dass er sein Familienbüchlein einreichen solle. Dann geschah nichts mehr.

Im Dezember 1998 wusste die Gemeinde noch nicht einmal von Willes Einbürgerungsgesuch. Auch seine Anfragen beim Bundesamt für Ausländerfragen blieben ohne Antwort.

Im März wandte sich Wille erneut an den Beobachter und sandte auf dessen Rat einen eingeschriebenen Brief an die Beschwerdestelle des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements in Bern. Und siehe da: Eine Woche später hielt er endlich die Einbürgerungsurkunde in seinen Händen.

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