Für Sabine Bremeyer und ihren Freund aus dem Kosovo endet das samstägliche Partyvergnügen beim Türsteher vor dem «Scarlett». Er will die Ausweise sehen. Etwas seltsam, sieht man doch den beiden 26-Jährigen an, dass sie nicht mehr im Teenageralter sind. «Tut mir leid, du kannst nicht rein», sagt der Sicherheitsmann. Das schluckt Sabine Bremeyer nicht; sie will zumindest den Grund wissen. Nach Rücksprache mit dem Chef rückt der Türsteher heraus: Leute aus Exjugoslawien lasse er nicht herein: «Weisung vom Chef.»

Steven Denman, Chef des «Scarlett», erinnert sich «so halbwegs» an den Vorfall, weiss aber genau, dass sich das «so nicht abgespielt» habe. Der Mann aus dem Kosovo sei bereits ausgerastet, als der Türsteher seinen Ausweis verlangt habe. So einen wolle er nicht im «Scarlett». «Bei uns sind alle willkommen, ob Chinesen, Schweizer oder Jugoslawen. Nur wenn ich merke, dass einer aggressiv ist, lasse ich ihn nicht rein.»

Das Nein könnte Folgen haben. Sabine Bremeyer und zwei weitere Personen (mit Schweizer Pass) bestätigen, dass der Mann aus dem Kosovo nicht aggressiv gewesen sei. Bremeyer erwägt deshalb eine Anzeige. Das Strafgesetzbuch sagt nämlich: «Wer eine von ihm angebotene Leistung, die für die Allgemeinheit bestimmt ist, einer Person oder einer Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion verweigert, wird mit Gefängnis oder Busse bestraft.»

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