Dieter Bührle, 81-jähriger Industrieller in Pension, sitzt auf einem hochkarätigen Pfand: 37 Diamanten hat Robert S. aus Hamburg beim Ex-Waffenschmied als Sicherheit für zwei Darlehen in der Gesamthöhe von drei Millionen Franken hinterlegt. Nun ist der Schuldner offenbar verschwunden. Oder besser: «Zurzeit unbekannten Aufenthaltes», wie es in bestem Amtsdeutsch heisst. Aus diesem Grund liess Bührle Robert S. durch eine öffentliche Ausschreibung im Amtsblatt auf «Verwertung eines Faustpfandes» betreiben.

Über die Hintergründe der beiden Darlehensverträge zwischen Bührle und Robert S. von 2001 schweigt sich Bührles Rechtsvertreter aus. Er versichert jedoch, es bestehe kein Zusammenhang zu Bührles früheren Aktivitäten als Konzernchef der Oerlikoner Waffenschmiede. So bleibt denn auch im Dunkeln, weshalb zusätzlich zur Kapitalschuld von drei Millionen Franken noch ein für pfandgesicherte Forderungen unüblich hoher Zins von 18 Prozent bei Robert S. eingefordert wird. Selbst ungedeckte Kleinkredite sind günstiger zu haben.