Ein Zür­cher Staatsanwalt ermittelt derzeit gegen die Sterbehilfeorganisation Dignitas, weil eine Frau und ihre Tochter kurz vor dem gemeinsamen Freitod «Sondermitgliedschafts-
beiträge» zahl­ten. Der Verdacht: Dignitas bereichere sich unrechtmässig bei der Sui­zidhilfe.

Dieser Verdacht taucht regelmässig auf. Und in ebenso schöner Regelmässigkeit verspricht Dignitas-Gründer Ludwig A. Minelli, die Buchhaltung von Dignitas offenzulegen und so finanzielle Transparenz zu schaffen. Doch in allerschönster Regelmässigkeit passiert dann rein gar nichts:

  • 6. Juli 2008, Minelli im ­«Sonntags-Blick»: «Wir legen alles offen, wir haben nichts zu verbergen.» Und: «Wir sind daran, die Buchhaltung auf einen Stand zu bringen, damit wir sie publizieren können.»

  • September 2008, Minelli auf der Dignitas-Website: «Eine externe ­Treuhandfirma ist nun beauftragt, die Bücher von Dignitas zu prüfen und Abschlüsse nach den mo­dernen Buchhaltungs-Standards zu erstellen.»

  • 4. Februar 2010, Minelli in der «Welt­woche»: «Vorarbeiten dazu (zur Offen­legung der Buchhaltung) sind (…) weit gediehen.»

  • 29. Juni 2010, Minelli beteuert im «Tages-Anzeiger», dass für Anfang Juli 2010 ein Treffen mit einer externen Firma vereinbart sei, die publizierbare Rechnungsabschlüsse erstellen soll.

  • 24. Februar 2011, Minelli im «Tages-Anzeiger»: «Wir haben Verständnis für den Wunsch nach Transparenz und arbeiten zusammen mit einer Treuhandfirma an einer Lösung.»


Zurzeit prüft der Bundesrat ein Gesetz über Suizidhilfeorganisationen. Eine gute Gelegenheit, um die Pflicht zur zügigen Offenlegung der Buchhaltung festzuschreiben.