Sie seien falsch informiert worden, sagt der Soldat. Er hätte falsch hingehört, sagt das VBS zum Fall von Jonas Müller, der seine 300 Diensttage bei den Rettungstruppen am Stück absolviert. Müller wurde anlässlich der Rekrutierung eingehend über die Details informiert, bevor er sich zum Durchdienen entschloss. Die finanziellen Aussichten begünstigten seinen Entscheid. «Ob der Oberst oder jemand anders das mit den 3000 Franken sagte, weiss ich nicht mehr», sagt Jonas Müller. Er und ein anderer Durchdiener bestehen aber darauf, dass es so mitgeteilt wurde.

Als sich Jonas Müllers Vater im Auftrag des Sohnes nach dem ausbleibenden halben Sold erkundigt, wird ihm von subalterner Stelle mit entwaffnender Ehrlichkeit eröffnet, dass «da ja eh keiner drauskomme». Auch Armeesprecher Felix Endrich gibt auf Anfrage des Beobachters zu, dass bei der Rekrutierung «mangels gültiger Regelungen zum Teil falsche Zahlen vermittelt wurden».

Einen Tag später bläst Endrich zum Rückzug. Die Rekrutierungsoffiziere hätten deutlich gesagt, dass «3000 Franken nur für jene Durchdiener gelten, die gleich die Unteroffiziersausbildung oder die Offizierslaufbahn einschlagen». Die Rekruten hätten halt nur 3000 Franken gehört oder hören wollen.

Aufschlussreich ist ein Besuch auf der Website www.heer.vbs.admin.ch. Gut versteckt heisst es dort: «Verdienstmöglichkeiten (ohne Gewähr)».

Jonas Müller bleibt die Erkenntnis, dass man auch bei der Armee Versprechen besser schriftlich festhalten lässt. Und seien sie noch so laut geschrien.

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