Cannabis, Haschisch, Gras, Marihuana, Shit. Die Namen sind so vielfältig wie der Verwendungszweck der Hanfpflanze. Und der berauschende Extrakt daraus hat eine ebenso wechselvolle «Karriere» hinter sich: Er hat sich vom Medikament zum Flowerpower-Symbol, dann zum breit akzeptierten Genussmittel und nun wieder zur verfolgten Droge entwickelt. Dass Cannabis bei diesem Auf und Ab zum Politikum wird, kann nicht erstaunen.

Allerdings scheint das Thema selbst die politischen Grundsätze zu vernebeln: Die Linke will den Markt liberalisieren, die Rechte ruft nach dem Staat. Die Widersprüche gehen durch die ganze Gesellschaft. Der Städter versucht sich als Balkongärtner, in der Gewerbezone entstehen gut getarnte Gewächshäuser. - Es ist eine spannende und wechselvolle Szenerie, die Gian Signorell, Sven Broder und Andreas Schmid in unserer Titel­geschichte schildern (siehe Artikel zum Thema «Cannabis: Was blüht denn da?»).

Am Thema Cannabis lässt sich mitverfolgen, wie rasch und oft auch zufällig sich gesellschaftliche Wertungen verschieben. Und wie stark selbst Genuss- und Suchtmittel Modeerscheinungen sind: Heroin hat ein «Verlierer»-Image bekommen, dafür hält Kokain die Managerkreise in Schwung, das Bier-Sixpack ist Statussymbol vieler Teenies, Designerdrogen gehören zum Wochenendvergnügen. Drogen sind Teil unseres Alltags.

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