Gerade haben die Industriestaaten der G7 den Abschied von Öl, Kohle und Erdgas beschlossen. Bereits 2050 soll die Energieversorgung weitgehend aus erneuerbaren Quellen stammen. Bis zum Ende des Jahrhunderts soll sogar ganz Schluss sein mit dem Verbrennen fossiler Energieträger. Das dabei entstehende Kohlendioxid gilt als Hauptursache für die Erwärmung der Atmosphäre. Doch nichts spricht dafür, dass das vollmundig formulierte Ziel erreicht wird. Seit über 20 Jahren ringt die Weltgemeinschaft um eine Reduktion der Treibhausgase – und jagt bei allen partiellen Fortschritten unter dem Strich dennoch immer mehr in die Luft.

Das erklärte politische Ziel ist, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen. Selbst dann wären die Folgen einschneidend: Die Eiskappen an den Polen schmelzen weiter ab, der Meeresspiegel steigt, und Küsten­gebiete drohen im Wasser zu versinken. Wird auch die Zwei-Grad-Marke überschritten, sind nach Ansicht vieler Wissenschaftler der Klimawandel und seine Folgen kaum noch kontrollierbar.

Matthias Pflume, stv. Chefredaktor

Quelle: Getty Images
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«Als würde die Feuerwehr diskutieren, bevor sie zu löschen beginnt.»

Matthias Pflume, stv. Chefredaktor

 

Die Weltklimakonferenz Ende des Jahres in Paris wird derzeit – wie eigentlich jeder Klimagipfel – als letzte Chance gehandelt, das unheilvolle Aufheizen der Atmosphäre zu stoppen. Vermutlich wird sie deshalb mit einem «Durchbruch» enden, bei dem die Beteiligten das Gesicht wahren können. Angesichts der dramatischen Entwicklung wirken die Klimaverhandlungen so, als würde die Feuerwehr im Einsatz erst einmal ausführlich diskutieren, wer wo am Schlauch stehen soll, bevor sie zu löschen beginnt.

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Und was tut die Schweiz?

 

Auch in der Schweiz werden die Auswirkungen des Klimawandels immer deutlicher spürbar. In unserer Titelgeschichte («Es wird ungemütlich») geht es daher nicht um die internationalen Endlosdebatten, sondern um einen pragmatischen Ansatz des Bundes. Was lässt sich gegen die Folgen der steigenden Temperaturen tun? In 31 Projekten untersucht das Bundesamt für Umwelt, wie man konkret reagieren kann.

 

Die Antworten sind so unterschiedlich wie die Regionen der Schweiz. In Sion VS zum Beispiel sollen neue Kirschbäume die zunehmende Hitze in der Stadt mildern. Rund um den Murtensee werden Bauern und Behörden zusammengebracht, um bei Trockenheit den Wasserverbrauch konfliktfrei zu organisieren. In Graubünden studiert man, wie man mit vermehrten Felsstürzen sinnvoll umgeht, wenn man sie schon nicht verhindern kann. An den Autobahnen jagen Forscher asiatische Tigermücken, bevor sie sich hier verbreiten.

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Eine klassische Symptombekämpfung also. Aber besser als nichts, solange die Weltgemeinschaft daran scheitert, die Treibhausgase wirklich zu reduzieren.

Der neue Beobachter

Lesen Sie die vollständige Titelgeschichte zu den Auswirkungen des Klimawandels in der aktuellen Ausgabe des Beobachters. Dazu finden Sie ein Interview mit Forstwissenschaftler Andreas Rigling. 

Weitere Themen des Hefts: Wie die Schweiz mit Gold Rekordgeschäfte abwickelt, wie die Jungfraubahnen Gegner eines Projekts ins Abseits stellen und wie die Uniklinik Basel Therapien und Tests vermischt.

Der Beobachter 13/2015 erscheint am Freitag, 26. Juni. Sie erhalten die Ausgabe am Kiosk, als E-Paper oder im Abo.

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