Als Michael von Rotz aus Münchenstein BL auf der Gemeindekanzlei seines Wohnorts vorsprach, war das Gespräch schnell beendet: «Wir kennen diese spezielle Möglichkeit der Einbürgerung nicht und haben auch noch nie davon gehört.»

Es ging um die kleine Tochter, die von Rotz und seine ausländische Lebenspartnerin haben. Weil er mit der Mutter seines Kindes nicht verheiratet ist, erhielt das Mädchen bei der Geburt nur die Nationalität der Mutter. Obwohl in der Schweiz geboren und Tochter eines Schweizer Vaters, war sie nicht Schweizer Bürgerin – noch nicht.

Nach der Abfuhr auf seiner Gemeinde informierte sich Michael von Rotz beim Beobachter-Beratungszentrum über die Rechtslage und erhielt die Auskunft, dass eine erleichterte Einbürgerung für seine Tochter sehr wohl möglich sei.

Nachdem ihn der Beobachter über die Gesetzesgrundlagen informiert hatte, wurde Michael von Rotz erneut bei der Gemeindekanzlei vorstellig. Er gab die entsprechenden Bestimmungen bekannt und legte den Gesetzestext in Wort und Schrift vor. Es überzeugte und interessierte die Angestellte nicht.

Auf Empfehlung des Beobachters wandte sich von Rotz nun direkt an das Bundesamt für Einwanderung, Integration und Auswanderung (Imes) in Bern. Für das Imes war das eine ganz normale Sache: «Der Beamte war sehr freundlich und hilfsbereit und sandte mir die Formulare sofort zu», sagt Michael von Rotz. «Nach nur zwei Monaten erhielten wir positiven Bescheid: Laura ist jetzt Schweizerin.»