Morgens um zehn an einem Julitag im Jahr 2053. Peter Tromp im ­orangefarbenen Overall hebt den Kopf im Wachhäuschen am Tor zum Tiefenlager TILAG. «Transport HAA-147 eingetroffen», meldet er in die Administration. Er hat die Lieferung erwartet, drei Bahnwagen mit je einem Behälter voll hochradioaktivem Abfall. Das KKW Gösgen II hat sie lange vorher angekündigt. Routine im TILAG, alle zwei Monate kommt ein Zug. Jetzt drückt Tromp den Knopf, das Eisentor öffnet sich, der Zug fährt in den Werkhof. Tromp lässt sich die Papiere geben. Administrierkram liegt ihm nicht, aber die Abläufe sind minutiös reglementiert und müssen genau dokumentiert werden. Das Strahlenkontrollteam prüft, ob die Behälter beschädigt sind, und sucht nach radioaktiver Kontamination. «Alles im grünen Bereich», sagt Tromp nach der dreistündigen Prozedur und winkt den Zug durch.

Eine Szene, wie sie sich in etwa abspielt, wenn die Schweiz ihr geologisches Tiefen­lager in Betrieb genommen haben wird. So weit sind wir noch lange nicht. Die Auswahl des Standorts läuft gerade erst an, und es wird noch Jahre dauern, bis alle Hürden überwunden sind. 2006 hat die ­Nationale Genossenschaft für die Lagerung radio­aktiver Abfälle (Nagra) nachgewiesen, dass ein Endlager für alle Arten von Atommüll aus wissenschaftlich-technischer Sicht in der Schweiz möglich ist.

Im Fokus stehen das Zürcher Weinland und der Bözberg sowie das Gebiet Nördlich Lägern. Dort liegt der für das Lager geeignete Opalinuston 400 bis 900 Meter tief, tief genug für hochaktive Abfälle (HAA). Für schwach- und mittelaktive Abfälle (SMA) kommt auch der Südranden oder der Jurasüdfuss in ­Frage; dort verläuft die Opalinustonschicht etwas ­weniger tief auf 200 bis 500 Metern (siehe Karte).
Eine Option ist nach wie vor der Wellenberg mit Helvetischem Mergel. Die Nagra musste ihn trotz dem zweimaligen Nein der Nidwaldner 1995 und 2002 wieder auf die ­Lis­te nehmen, da sich die Geologie eignet. Am interessantesten sind Zürcher Weinland, Bözberg und Nördlich Lägern, denn hier ist ein Kombilager für SMA und HAA möglich. Ein baulicher und betrieblicher Vorteil, denn von nur einer Oberflächenanlage aus könn­ten beide Lagerteile erschlossen werden.

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Während der ersten Debatte um Wellenberg galt die Nagra noch als verlängerter Arm der ­Atomindustrie; sie liefere das Alibi, um den Leuten ein Endlager aufzuzwingen. Das hat sich geändert, seit der Bund bei der Standortwahl die Führung übernommen hat. Die Rollen sind nun klar getrennt. «Sicherheit hat erste Priorität. Unsere Aufgabe ist es, die wissenschaftlichen Grundlagen zu liefern», sagt Markus Fritschi, Mitglied der Nagra-Geschäftsleitung. «Bei mehreren gleich sicheren Standorten muss die Politik entscheiden, wo das Lager letztlich gebaut wird. Wir halten uns da raus.» Die einzelnen Schritte sind im «Sachplan geologische Tiefenlager» festgelegt. Das SMA-Lager könnte frühestens 2030, das HAA-Lager 2040 bereit sein (siehe «Etappenplan», weiter unten).

Die Nagra hat bereits ausgearbeitet, wie die Deponie gebaut und betrieben wird. Dies ist in der Öffentlichkeit wenig bekannt, und so spriessen Halbwahrheiten und Irrmeinun­gen. Der Regionalverband Südlicher Ober­rhein suggeriert etwa, die Opalinustonschicht bei Benken sei zu dünn. Der Verein der Gegner zieht Vergleiche zu einer ausgebrannten Giftmülldeponie, obwohl Feuer bei Atommüll kein Thema ist. Oder er fragt, was pas­sieren würde, wenn der Ton Risse bilde, obwohl gerade seine Plastizität wichtig ist für die Selbstabdichtung.

Viele glauben auch, das Lager müsse mög­lichst tief unten liegen, um die Strahlung ab­zuhalten. «Das ist falsch», betont Nagra-Mann Fritschi. Die Metallbehälter hielten die Strahlung zurück, und die Stollenfüllung und das angrenzende Gestein schirmten sie ab. Schon einen Meter tief in der Stollenwand sei die Strahlung aus dem Abfall geringer als die natürliche Strahlung des Gesteins. «In die Tiefe gehen wir nicht wegen der Strahlung, sondern um die Stoffe über lange Zeit im Gestein einzuschliessen und vom Lebensraum zu tren­nen», erklärt er. Der Opalinuston schütze die Behälter vor Wasser und die Tiefenlage vor Erosion, so dass keine radioaktiven Stoffe an die Oberfläche transportiert werden könnten.

«Unten passiert einfach nichts»

«Die Menschen sind es gewohnt, an der Erdoberfläche zu denken, diese verändert sich erdgeschichtlich gesehen rasend schnell», sagt Markus Fritschi. «Unten jedoch passiert einfach nichts.» 180 Millionen Jahre altes Meer­wasser wurde im Opalinuston ­gefunden. «Das Gestein hat seine Eigenschaften seit vielen Jahrmillionen nicht verändert. Wir können davon ausgehen, dass dies in den nächsten paar hunderttausend Jahren so bleibt.» 30'000 Jahre dauert es, bis die Strahlung von SMA aufs Niveau von Granit abgeklungen ist. 200'000 Jahre sind nötig, bis verbrauchte Brennelemente nur noch so stark strahlen wie natürliches Uran, das einst zur Her­stellung abgebaut wurde. «Der Abfall muss schlafen, bis er Stein wird», sagt Fritschi.

Wie viel Müll die Schweiz versorgen muss, lässt sich genau berechnen. Zählt man Brennstäbe, den Abfall aus Wiederaufarbeitung und Betrieb, Medizin, Industrie und Forschung sowie aus dem Abbruch aller Anlagen zusammen, entstehen bis 2050 insgesamt 68000 Kubikmeter Müll, vorausgesetzt, die jetzigen fünf AKWs laufen 50 Jahre. Das ergibt, endlagerfähig verpackt, rund 100000 Kubikmeter. Laufen die Werke zehn Jahre länger, kommen 7200 Kubikmeter hinzu. Wenn die Schweiz mit zwei neuen AKWs zusätzlich fünf Gigawattstunden Strom während 60 Jahren produziert, verdoppelt sich das Volumen auf über 200000 Kubikmeter – ein Würfel von fast 60 Metern Kantenlänge.

Eine Grossbaustelle für 15 Jahre

Um dieses Volumen unterzubringen, braucht es eine grosse Anlage – oder zwei, falls es nicht zum Kombilager kommt. Oberirdisch beansprucht ein HAA-Lager ein Areal von 200 mal 400 Metern für Bürogebäude, Verpackungsanlage, Pufferlager, Nebengebäude und das Portal zum Untergrund. Hinzu kommt etwas abseits der Schachtkopf auf 100 mal 200 Metern mit dem Förderturm, ­Installationen für den Ausbau, Depots für den Ausbruch und Gerätehallen. Ein SMA-Lager kommt mit 150 mal 350 Metern aus, weil keine Verpackungsanlage nötig ist.

Die Herkulesarbeit jedoch fällt unter Tage an. Zuerst wird der senkrechte Schacht gebaut, 400 bis 600 Meter tief. Er dient der Lüftung und Versorgung und ist wichtig, um stets einen zweiten Zugang zu haben. Für die Schienenzufahrt ist ein gewundener, sechs bis sieben Kilometer langer Stollen geplant. Unten wird zuerst ein Felslabor ausgebrochen, damit die bisherige Forschung vertieft werden kann. Es soll ein Pilotlager geben, dann wird das Hauptlager geöffnet. Beim HAA-Lager sind es rund 25 Lagerstollen, je 800 Meter lang und 2,5 Meter im Durchmesser; beim SMA-Lager reichen rund zehn 300 Meter lange Kavernen, zehn Meter breit und 13 hoch.

Insgesamt erfordert dies den Ausbruch von zwei Millionen Kubikmetern Gestein – fast das Volumen der Cheopspyramide. Für den Abtransport des Ausbruchs eines Kombi­lagers braucht es rund 50000 Bahnwaggons. «Der Bau des Lagers ist die grösste Beeinträch­tigung für die Anwohner», sagt Fritschi. Beim SMA-Lager kann dies zehn Jahre dauern, beim HAA-Lager 15 Jahre. Betrieben werden sie dann etwa 15 Jahre, allenfalls werden sie noch erweitert. Die Kosten für den Bau des SMA-Lagers, Stand 2006, schätzt die Nagra auf 2,1 Milliarden Franken, jene des HAA-Lagers auf 5,1 Milliarden. Hinzu kommen Wiederaufarbeitung, Zwischenlager, Transport- und Lagerbehälter sowie die Stilllegung der Atomanlagen. Alles in allem soll die Besei­tigung der nuklearen Hinterlassenschaft mindestens 15,5 Milliarden Franken kosten.

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Gegner fürchten nicht nur die Strahlung und die Unfallrisiken bei Transport und Ein­lagerung, sondern konkret auch die Baustelle. «Ein Projekt dieser Dimension bedroht un­se­ren Lebensraum, unsere Lebensqualität und die wirtschaftliche Existenz einer ganzen Region», heisst es etwa beim Verein Klar Schweiz, der die Opposition im Weinland anführt.

Versiegeln, einlagern, einschliessen

Der fiktive Arbeiter Peter Tromp ist inzwischen ins Büro zurückgekehrt. Insgesamt ­arbeiten im Tiefenlager 100 bis 150 Leute. In der Verpackungshalle, die auch einem Flugzeugabsturz standhalten soll, öffnen Arbeiter die Waggons des Transports HAA-147, hieven die Behälter heraus und öffnen sie. Sie laden verbrauchte Brennstäbe und Stahlkokillen mit verglastem Abfall aus der Wiederaufarbeitung in Endlagerbehälter um, schweissen ­diese zu und prüfen die Schweissnähte minutiös. Der erste Behälter kommt auf die Stollen­bahn und fährt zum Lagerfeld. Dort hebt ihn ein Greifer auf einen Trolley, der ihn im Stollen platziert. Nun kommt der «gelbe Elefant»: Das Gefährt füllt über zwei Rüssel den Stollen mit dem Tongranulat Bentonit und schliesst so den Behälter ein. Etwa eine Woche hat es gedauert von der Anlieferung des Mülls bis zur Einlagerung des ersten Behälters. Danach kommt jeden Tag ein Behälter in den Stollen, denn im TILAG wird wie am Fliessband an mehreren Stationen zugleich gearbeitet.

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Etwas weniger aufwendig ist schwach- und mittelaktiver Müll. Jeweils 18 Fässer mit verfestigten Rückständen werden in Betoncontainer gestellt, die mit Zementmörtel ausgegossen werden. Im Lagerfeld stapelt ein Laufkran die Container in grosse Kavernen, die mit Spezialmörtel aufgefüllt werden.

Bis es so weit ist, müssen noch viele Fragen geklärt werden. Dafür sind heute in den Felslabors im jurassischen Mont Terri und in der Grimsel Forscherteams an der Arbeit. Es gilt, Materialien und Verfahren zu testen und Prozesse zu simulieren, die in Jahrhunderten ablaufen. Wie stark ist die Selbstabdichtung des Tons? Wie gut trägt er? Wie verhalten sich verschiedene Stähle im Kontakt mit Verfüllung, Gestein und Wasser? Eine grosse Frage ist das Gas, das beim Rosten der Behälter entsteht. Wird es im Gestein eingelagert? Diffundiert es langsam durch den Fels? Oder baut sich Druck auf, so dass es zu Brüchen kommt? «Je nachdem muss man andere Behälter nehmen, etwa aus Kupfer, das langsamer korrodiert», sagt Fritschi. Experimentiert wird auch mit dem Füllmaterial Bentonit. Weil die Brennstäbe noch warm sind, muss man sein Quellverhalten bei 100 bis 150 Grad kennen. Zudem will die Nagra die Einlagerung eins zu eins durchspielen – und die Behälter auch wieder zurückholen. Künftige Generationen sollen selbst entscheiden können, ob sie den Müll wiederverwerten oder das Lager definitiv versiegeln.

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Wie schreibt man ein Endlager an?

Eine Knobelaufgabe ist die Kennzeichnung. Das Gesetz schreibt eine «dauerhafte Markierung» vor. Aber wie warnt man eine Zivilisation in 10'000 Jahren, die vielleicht Radioaktivität nicht kennt und keine heutige Sprache spricht? Sprache, Schrift und Symbole wandeln sich, und bei einem Zivilisations­bruch gehen die Bedeutungen verloren – wie bei den Hiero­glyphen. Darum erwägt man, zeitlos verständliche Bilder zu verwenden wie schmerzverzerrte Gesichter, Totenköpfe oder flüchtende Menschen. Auch archetypische Zeichen, etwa ein massiv gebauter Dornenwald, würden immer als Warnung erkannt. Eine andere Idee sind zweiteilige Tafeln mit dem Schriftcode und den Mitteilungen. Oder Schilder, die von «Nachrichtenhütern» stetig der Sprachentwicklung angepasst werden. Oder gar eine «Atompriesterschaft», die das Wissen weitergibt.

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Zeichen an der Oberfläche stossen jedoch auf Skepsis: Sie können leicht verschwinden oder wie die Pyramiden gerade die Suche nach vermeintlichen Schätzen provozieren. Markus Fritschi jedenfalls hält nicht allzu viel davon. «Ein Atom­endlager muss sicher sein ohne jedes weitere menschli­che Zutun», betont er. «Da verlasse ich mich lieber auf die Geologie. Allein das Gestein ist fähig, Dinge über lange Zeit­räume einzuschliessen, egal, was an der Oberfläche geschieht.»

Der Atommüll soll in einem geologischen Tiefenlager entsorgt werden. Noch ist offen, ob es zwei Lagerstätten geben soll, eine für schwach- und mittelaktiven Müll und eine für hochaktiven Müll. Die Geologie erlaubt auch ein kombiniertes Lager.

(Um die Grafik grösser anzusehen, bitte draufklicken.)

Quelle: comet / nagra

1. Oberflächenanlage: Gebäude, Anlagen und Schachtköpfe
beanspruchen ein Areal von 300 mal 700 Metern.

2. Zugangsrampe: Die Behälter werden über eine gewundene, 6 bis 7 ­Kilometer lange Rampe zu den Lagerfeldern gebracht.

3. Schächte: Jedes Lagerfeld hat einen Schacht für Lüftung und Versorgung.

4. Lager für schwach-/mittelaktive Abfälle: Das SMA-Lagerfeld liegt 400 Meter tief. Der Müll wird in etwa zehn 300 Meter lange Kavernen eingelagert.

5. Lager für hochaktive Abfälle: Das HAA-Lagerfeld liegt 600 Meter tief. Der Abfall wird in rund 25 Lagerstollen von 800 Metern Länge eingelagert. Das HAA-Lager braucht deutlich mehr ­Fläche, weil die Abfälle noch Wärme abgeben.

6. Felslabor: Für jedes Lagerfeld wird zuerst ein Felslabor gebaut, wo vor Ort das Gestein weiter erforscht wird.

7. Pilotlager: Im Pilotlager wird Abfall während der Einlagerung und danach während 50 Jahren überwacht.

8. Hochaktive Abfälle (HHA): Hochaktive Abfälle sind ­abgebrannte Brennelemente aus den AKWs sowie Abfälle aus der Wiederaufarbeitung, die in Stahlkokillen angeliefert werden. Verpackt in drei bis fünf Meter lange Lagerbehälter, machen sie etwa 7350 ­Kubikmeter aus.

Quelle: comet / nagra
Quelle: comet / nagra

9. Schwach-/mittel­aktive ­Abfälle (SMA): Schwach- und mittelaktive Abfälle entstehen beim Betrieb der AKWs und beim späteren Abbruch, bei den Arbeiten im Zwischen­la­ger und bei der Wiederaufarbei­tung der Brennstäbe in den Anlagen Sellafield (England) und La Hague (Frankreich). Ein Teil stammt auch aus ­Medizin, Industrie und Forschung. Verpackt in Fässer, machen die SMA etwa 90'000 Kubikmeter aus.

Quelle: comet / nagra
Quelle: comet / nagra

10. Opalinuston: Der Ton entstand vor 180 ­Millionen Jahren als Ablagerung im Jurameer und ist als 110 Meter dicke Schicht ausgebildet. Er eignet sich, weil er sehr gut dichtet, bei Feuch­tigkeit aufquillt und Salze Jahrmillionen bindet. Der Name stammt vom Ammo­niten Leioceras opalinum.

Was im Ausland getan wird

Weltweit gibt es noch kein Lager für hochaktive und erst vier Tiefenlager für schwach- und mittelaktive Abfälle. In Schweden (Forsmark) und Finnland (Loviisa, Olkiluoto) liegen sie in kristallinem Gestein. Bei Olkiluoto will man auch hochaktiven Müll einlagern.

Deutschland betrieb bis 1998 in einem Salzbergwerk in Morsleben ein Lager. Im ehemaligen Salzbergwerk Asse wurden bis 1978 126'000 Fässer gelagert – es drang Wasser ein, Asse wurde zum Fiasko. In Gorleben ist ein Lager für hochaktiven Müll geplant – in einem ­unberührten Salzstock. Im Schacht Konrad, einem Eisenerzwerk bei Salzgitter, soll die Lagerung 2013 beginnen.

Frankreich, England, Spanien, Japan und die USA betreiben Endlager an der Oberfläche – grosse Betonwannen mit Deckeln, die mit Erde bedeckt sind.

Etappenplan: Der lange Weg zum Tiefenlager

Standortwahl

April 2008 Der Bundesrat ­genehmigt das Konzept des «Sachplans geo­logische Tiefen­lager», in dem das Verfahren festgelegt ist. ­Damit gibt er grünes Lichtfür die Standortsuche. Es kann zwei getrennte Lager an zwei ver­schiedenen Orten oder ein kombiniertes Lager an einem Ort geben.
Bis 2011Auswahl möglicher Standortgebiete (1. Etappe). Die ersten drei Etappen werden begleitet von der ­Anhörung und Mitwirkung der Kantone, Gemeinden, der Bevölkerung und interessierter Kreise.
Bis 2013Auswahl von ­mindestens zwei Standorten (2. Etappe).
Bis 2016/18Standortwahl und Rahmenbewilligungsverfahren, Einreichung der Gesuche für die Rahmenbewilligungen, Über­prüfungs- und Genehmigungsverfahren (3. Etappe). Der Bundesrat ­entscheidet über die Rahmenbewilligungen. Der Zeitpunkt hängt davon ab, ob weitere Sondierbohrungen nötig sind.
Bis 2017/19Das Parlament genehmigt die Rahmenbewilligungen. Auf ­nationaler Ebene kann das Referendum ergriffen werden, so dass es zu einer Volksabstimmung kommt.
Bis 2019/23Das Departement Uvek genehmigt erdwissenschaftliche Unter­suchungen und ­erteilt Baubewil­ligungen für die Felslabors vor Ort. Die Baubewilligungen können vor Bundesverwaltungsgericht und Bundesgericht angefochten werden.

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Realisierung, Betrieb und Verschluss der Tiefenlager

Lager schwach-/mittelaktive Abfälle

Lager hochaktive Abfälle

Bis 2025/31: Vorbereitungen für den Bau, Zeitbedarf: 6 bis 8 Jahre (Bau der Zugangs­stollen, Bau und Betrieb des Felslabors).Bis 2035/41: Vorbereitungen für den Bau, Zeitbedarf: 16 bis 18 Jahre (Bau der Zugangs­stollen, Bau und Betrieb des Felslabors).
Bis 2030/38: Bau des Lagers mit Stollen/Kavernen. Betriebsbewilligung wird vorbereitet. Sie kann bis vor Bundesgericht angefochten werden.Bis 2040/48: Bau des Lagers mit Stollen. Betriebs­bewilligung wird vorbereitet. Sie kann bis vor Bundesgericht angefochten werden.
2030: Frühste Inbetriebnahme. Erste Einlagerungen.2040: Frühste Inbetriebnahme. Erste Einlagerungen.
Ab zirka 2050: Ende Betrieb. Es beginnt die etwa 50 Jahre ­dauernde Überwachung. Das Lager wird nach und nach aufgefüllt und ­versiegelt. Ab zirka 2065: Ende Betrieb. Es beginnt die etwa 50 Jahre ­dauernde Überwachung. Das Lager wird nach und nach aufgefüllt und ­versiegelt.

Ab 2100: Die Gesamtanlage ­inklusive Felslabor und Zugangsschacht wird aufgefüllt und versiegelt. Die Anlagen auf der Oberfläche werden ­ab­gebrochen.Ab 2115: Die Gesamtanlage inklusi­ve Felslabor und Zugangs­schacht wird aufgefüllt und versiegelt. Die An­lagen auf der Oberfläche werden ab­gebrochen.
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