Beatrice Ormos aus Winterthur ist wütend. «Gern hätte ich die Expo.02 unterstützt», sagt die gelernte Krankenschwester. Sie hatte sich im Frühling auf ein Inserat von «Handicap.02», eines Vereins für behinderte Menschen, gemeldet. Dieser suchte rund 200 Helfer. Die Idee: Freiwillige betreuen 15 Tage lang behinderte Expo-Besucher. Doch als Beatrice Ormos sich erkundigte, ob wenigstens die Bahnkosten vergütet würden, biss sie auf Granit. Freiwillige Helfer bezahlen die Spesen selber, hiess es überall. Rund 1000 Franken hätte das für die vierfache Mutter bedeutet: «Zu viel für mich.»

Ähnlich erging es Margrit Hufschmid aus Olten. Die 62-jährige Pensionärin besuchte bereits einen ersten Kurs zur Vorbereitung auf den Betreuungseinsatz. Dabei erfuhr sie, dass alle Spesen selbst zu berappen seien – nur ein Mittagessen und einen Getränkebon sollen die Freiwilligen pro Arbeitstag erhalten. «Für das Geld, das ich für den Zug ausgeben müsste, könnte ich mir zehn Tage an der Adria leisten», sagt sie.

An der Misere will keiner schuld sein. Es sei die Idee von Handicap.02, Behinderte an die Landesausstellung zu lotsen, heisst es bei der Expo.02. Der Verein selbst erklärt sich wegen knappen Budgets ausser Stande, Reisekosten zu bezahlen.

Auch die SBB ziehen sich aus der Affäre. «Wenn ein Betreuer den Behinderten von seinem Wohnort aus begleitet, kostet ihn die Bahnfahrt nichts», sagt Mediensprecher Jean-Louis Scherz. Und wie kommen die Betreuer zum Wohnort des Behinderten? Darauf weiss man auch bei den SBB keine Antwort.