Am 23. Oktober 2007 stellte die Zürcher Staatsanwältin Judith Vogel das Strafverfahren gegen den gewählten Armeechef ein, nachdem er eine Wiedergutmachung in unbekannter Höhe geleistet hatte. Soviel weiss die Öffentlichkeit bereits. Unbekannt ist, wieso dies geschah. Denn von Gesetzes wegen ist dies nur möglich, wenn es kein öffentliches Interesse an einer Strafverfolgung gibt.

Auf Gesuch des Beobachters will die Zürcher Staatsanwaltschaft diese Verfügung nun öffentlich machen. Es hat die Einwände, welche Nef und seine Ex-Partnerin dagegen vorgebracht haben, abgewiesen.

Nef hatte geltend gemacht, die Verfügung dürfe nicht an die Medien abgegeben werden, weil es absehbar sei, dass diese dann erneut über ihn herziehen würden. An solchem «Kaputtmacher-Journalismus» bestehe kein öffentliches Interesse. Er sei darauf angewiesen, dass in seinem Umfeld Ruhe einkehre und er sich vom «Medienhype» unbelastet um eine neue Arbeit bemühen könne. Zudem sei er zum Zeitpunkt des Strafverfahrens nur Brigadier und nicht Armeechef gewesen. Damit fehle das öffentliche Interesse an einer Berichterstattung.

Dem widerspricht nun der leitende Zürcher Staatsanwalt Hans Maurer in seiner Verfügung. Nef sei im Moment der Verfahrenseinstellung durchaus Armeechef gewesen. «Der Armeechef steht nun aber als einer der wichtigsten Akteure im Zusammenhang mit dem staatlichen Gewaltmonopol und als einer der Hauptverantwortlichen für die Landessicherheit klarerweise im öffentlichen Interesse und muss sich in dieser Position zudringliche Recherchen, auch wenn diese allenfalls sein Vorleben betreffen, gefallen lasse», schreibt Maurer. Zudem könne sich Nef nicht auf ein Recht auf Vergessen berufen, da seit der Verfahrenserledigung erst ein gutes Jahr verstrichen und der Fall erst Mitte 2008 publik geworden sei. Hingegen nimmt die Staatsanwaltschaft Rücksicht auf Nefs Ex-Partnerin und will alle Hinweise anonymisieren, welche sie betreffen.

Nefs Anwalt Bernhard Rüdy hat angekündigt, dass sein Mandant gegen den Entscheid des Staatsanwalts Rekurs einlegen wird.