Vor ein paar Wochen läutete ein Mann an der Tür von Bea Stocker* und sagte kurz und bündig: «Ich will zur Fernmeldeanlage in Ihrem Garten.» Bea Stocker hatte keine Ahnung, was der Mann meinte. Es stellte sich heraus, dass er von der Swisscom geschickt worden war und dass im Kilchberger Garten eine Fernmeldeanlage mit 40 Telefonanschlüssen vergraben war. Die Swisscom plante die Erweiterung des Verteilnetzes.

Die Familie hatte das Haus vor zehn Jahren einer alten Frau abgekauft und wusste nicht, was da in ihrem Garten einen halben Meter unter dem Boden schlummerte. «Es hat uns niemand darauf aufmerksam gemacht; es lag weder ein Vertrag vor, noch fanden wir im Grundbuch einen Hinweis», erklärt Bea Stocker.

Den Ausbau der Anlage wollte sie nicht einfach so hinnehmen. Nach einer Beratung durch den Beobachter schrieb sie der Swisscom einen Brief und erklärte, dass sie schliesslich in keiner Rechtsbeziehung zur Swisscom stehe. Ein Ausbau der Anlage komme nicht in Frage. Die Antwort der Firma war schnell im Briefkasten: ein Vertrag mit einer Entschädigung über 50 Franken und dem Vermerk «bitte unterschreiben».

Bea Stocker dachte nicht daran. Sie liess sich nicht drängen und verlangte energisch 5000 Franken, sonst würde sie den Vertrag nicht unterschreiben. Die Swisscom wiederum erhöhte ihr erstes Angebot massiv und machte einen neuen Vorschlag: 3000 Franken. Damit war Bea Stocker nicht nur einverstanden, sondern auch sehr zufrieden.

*Name geändert