Kulturland verschwindet: Im Mittelland wird die Landwirtschaft intensiviert, wo sie nicht von Siedlungen verdrängt wird. In den Alpen werden wenig produktive, abgelegene Gebiete aufgegeben – und von Wald überwachsen.

Energiehunger: Der Energie­verbrauch zieht weiter enorm an. Stauseen in den Alpen und Flusskraftwerke werden ausgebaut. Auf den Pässen und geeigneten Höhenzügen entstehen grosse Windkraftanlagen. Möglicherweise werden mehrere neue Atom- oder Gaskraftwerke gebaut.

Siedlungsteppich im Mittelland: Vom Genfer- bis zum Bodensee nimmt die Zersiedelung ungebremst zu. Die Dörfer, Städte und Agglomerationen breiten sich aus und wachsen zu einem fast durchgehenden Stadt-Land-Kontinuum zusammen, durchsetzt mit Siedlungsinseln, Einkaufszentren, Freizeitinstallationen und zusätzlichen Strassen und Schienen. Der Landverbrauch hält an, Natur- und Kulturflächen werden zurückgedrängt, Tier- und Pflanzenarten verschwinden.

Naturpärke: In den Alpen und Voralpen werden zahlreiche Natur- und Schutzpärke eingerichtet. Sie haben unterschiedliche Schutzniveaus, vom Biosphärenreservat mit nachhaltiger Nutzung bis zur unberührten Wildnis. Wolf, Bär, Luchs und ­andere Wildtiere erhalten wieder mehr Lebensraum.

Bevölkerungsschwund in den Randgebieten: Gebiete ohne Anschluss an eine Agglomeration, alpine Dörfer ohne Tourismusschwerpunkt und abgelegene Alpentäler entvölkern sich weiter.

Drei Metropolitanregionen: Künftig prägen die Grossregionen Zürich, Basel und Genf/Lausanne die Siedlungsprozesse und Verkehrsströme der Schweiz. Hier konzentrieren sich Arbeitsplätze und Einwohner. Im Umkreis von mehreren Dutzend Kilometern wächst ein weiterer, verstreut bebauter Siedlungsring um die heutigen Agglomerationen.

Mehr Pendler- und Freizeitverkehr: Die Zersiedelung im Mittelland führt zu längeren Distanzen und lässt den Berufs-, Pendler- und Freizeitverkehr massiv wachsen. Der Personenverkehr nimmt um einen Drittel zu. Der öffentliche Verkehr wird weiter ausgebaut, insbesondere in den Agglomerationen – aber der Privatverkehr auf den Strassen nimmt trotzdem massiv zu.

Verstädterung in den Alpen: Tourismuszentren wie Chur, Davos oder Zermatt sehen sich einem steigenden Siedlungsdruck aus­gesetzt. Der Zweitwohnungsbau hält an. Im Unterwallis, im Süd­tessin und im St. Galler Rheintal wachsen Agglomerationen.

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Tourismusresorts und Feriensiedlungen: In den Alpen entstehen zahlreiche Retorten­siedlungen für Touristen. Die Hotel-, Appartement- und Chaletanlagen umfassen Golfplätze, Wellness- und Ver­gnügungseinrichtungen.

Transitverkehr explodiert: Der Güterverkehr im Transit durch die Schweiz wächst um bis zu 78 Prozent. Der Neat-Basistunnel am Gotthard und der Lötschbergtunnel machen die Schweiz zur Haupttransitachse Europas. Ausserdem ist die Schweiz voll ins europäische Netz der Hochgeschwindigkeitszüge integriert.